Carpark North - Lost

Carpark North- Lost

No, Butyes! / Sony
VÖ: 03.09.2010

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Liebesgrüße aus Aarhus

Was sind beziehungsweise waren das nicht alles für tolle Typen! Sean Connery, Roger Moore, Pierce Brosnan, Daniel Craig! Und ja, selbst Timothy Dalton gehörte zu dieser elitären Riege und hatte das gewisse Etwas. Schnelle Autos fahren, ins Weltall fliegen, Raketen abfeuern, ohne Fallschirm durch die Luft gleiten und in pilotenlose Flugzeuge hinein hüpfen, sich selbst reanimieren, unzählige gerührte und nicht geschüttelte Martinis verdrücken, aberwitzige Male die Welt retten und Bösewichte kaltstellen. Und ganz nebenbei Kim Basinger, Teri Hatcher, Sophie Marceau, Halle Berry und Eva Green in die Kiste bekommen. Respekt, die Herren! Eine nahezu übermenschliche Leistung.

Daher mutet es geradezu etwas grotesk an, dass derzeit ein privater TV-Sender den Trailer für sein James Bond-Special mit "Just human" von Carpark North unterlegt. Oder sollte sich dabei gar jemand etwas dabei gedacht haben? Wortwitz, Ironie und so? Doch ob nun menschlich oder nicht: Es passt. Und spätestens mit dem Refrain, der wie ein wohlplatzierter Faustschlag von 007 sein Ziel wie aus dem Nichts erreicht, dürften Carpark North ihrem Vorhaben, auch außerhalb Dänemarks etwas zu reißen, einen großen Schritt näher gekommen sein. Dabei mussten sich Lau Højen, Søren Balsner und Morten Thorhauge, die die Band vor gut zehn Jahren in Aarhus aus der Taufe hoben, nicht einmal etwas Neues einfallen lassen, denn "Just human" wurde bereits 2005 als "Human" veröffentlicht. Schnell ein paar Zeilen hinzugedichtet, einmal durch den Druck-und-Schmackes-Wolf gedreht, und fertig ist der zeitgemäße Kracher für Tanzflur und Charts. Aus alt mach neu.

Das Recycling-Prinzip gilt praktisch für das gesamte Viertwerk des Trios, das anno 2010 eine Veredelung der drei Vorgängeralben präsentiert und sich damit auch hierzulande seinen Platz irgendwo zwischen Muse und The Rasmus einnehmen dürfte. Mit dem famosen "Lost (Peace)" beispielsweise. Ein auf Breitband getrimmter Synthierocker mit jeder Menge elektronischen Spielereien und brettharter Saitenarbeit. Wenn man Musik sehen könnte, wären hier Nebelschwaden und Laserprojektionen inklusive. Ähnlich verhält es sich mit "Subusual", "Transparent" oder "Leave my place" - Songs, die nicht für die kleinen Clubs, sondern die große Bühne konzipiert sind. Handwerklich einwandfreier Elektrorock mit dem Hang zu hinreißenden Harmonien und Melodien. Hier und da übertreiben es die drei dann aber doch etwas und verlieren sich etwa bei "Save me from myself" oder "Cancer" in vor Rührseligkeit fast schon triefendem Pathos und Herzschmerz. Oder wie Højen neulich zum Besten gab: "Es geht darum, sich selbst zu verlieren. Etwas Magisches zu erschaffen, sich selbst in der Musik zu verlieren und beinahe zu vergessen, dass man am Leben ist. Darum geht es bei Carpark North: Verlorengehen." Wenn das die Programmdirektoren in Unterföhring wüssten.

(Jochen Gedwien)

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Highlights

  • Lost (Peace)
  • Just human
  • Transparent

Tracklist

  1. Lost (Peace)
  2. Just human
  3. Subusual
  4. Transparent
  5. Leave my place
  6. Save me from myself
  7. Beasts
  8. More
  9. Shall we be grateful
  10. Cancer
  11. Shutdown

Gesamtspielzeit: 45:30 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

2010-09-21 15:13:42 Uhr
es ist ihr internationales debut-album. deshalb sind auch tracks von früher drauf!

6/10
musie
2010-09-21 13:31:19 Uhr
...aber dem album hätte man auch eine 3/10 geben können (billiger aufguss, billige the rasmus-kopie etc)...
musie
2010-09-21 08:02:32 Uhr
gut, die versuchen halt mit einem quasi best of album die gunst der stunde (fifa soundtrack, pro-7-trailer) auch ausserhalb dänemarks fuss zu fassen
und das ist noch nicht alles
2010-09-21 06:08:36 Uhr
die dreistigkeit geht sogar noch weiter:

"subusual" (=there'a place auf "all things for all people"), "transparent"(=t. and glasslike) und "beasts" (= the b.) waren auch schon mal da ....
Gump
2010-09-20 23:03:29 Uhr
Find das auch ein bisschen arm, dass sie versuchen, mit einem bereits auf einem früheren Album veröffentlichten Song, den sie einfach mal (soviel ich hören konnte) ein bisschen "aufgepimpt" haben, nochmal auf sich aufmerksam zu machen. Aber naja, jedem, wie er meint.
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