Robert Plant - Band of joy

Robert Plant- Band of joy

Decca / Universal
VÖ: 10.09.2010

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Alles beim Alten

Das klappte ja mal wie das Brezelbacken: Auf seine alten Tage - und das ist wahrlich nicht despektierlich zu verstehen - durfte Altmeister Robert Plant gemeinsam mit Alison Krauss für seine Blues-Hommage "Raising sand" noch eine Wagenladung Grammys abholen. Wenn Plant nun mit "Band of joy" erneut tief in die amerikanische Musikgeschichte eintaucht, könnte der unbedarfte Beobachter ihm durchaus das Kalkül unterstellen, er wolle dieses Erfolgsrezept weiter ausreizen.

Allerdings reden wir hier von einem Künstler, der mittlerweile dreistellige Millionenbeträge für eine Tour mit Led Zeppelin ausschlägt, vom Benefizkonzert für den verstorbenen Bandmanager im Jahr 2007 einmal abgesehen. Viel mehr noch: Es war das Banner Band Of Joy, unter dem Plant seine ersten musikalischen Meriten verdiente, bis er von Jimmy Page für Led Zeppelin entdeckt wurde. Wenn hier etwas kalkuliert ist, dann Plants Vorhaben, seine musikalischen Wurzeln noch vor einer der erfolgreichsten Bands aller Zeiten zu ergründen.

Also wieder zurück nach Nashville, Tennessee. Und die Kreativität, mit der Plant und sein Kompagnon Buddy Miller insbesondere die erste Hälfte des Albums in faszinierende Gewänder aus Bluegrass, Blues und Rockabilly kleiden, ist dermaßen überschäumend, wie man sie einem gesetzten Musiker nach 45 Dienstjahren eher nicht zutrauen mag. Ob nun der stampfende Refrain bei "Central two-o-nine" oder das düstere "Monkey" - Plant gelingt die ureigenste Aufgabe einer Coverversion, nämlich der Spagat zwischen eigenen Einflüssen und behutsamem Bewahren der Essenz des Originals.

Und wenn auch "Harm's swift way" arg banal daherkommt, zeigt "Band of joy" vor allem, dass eine Reunion von Led Zeppelin den Künstler Plant nur allzu sehr einengen würde. Im Gegensatz zum kühl rechnenden Geschäftsmann Jimmy Page nutzt er nämlich seinen Status, um neue künstlerische Grenzen auszuloten und sich dabei respektvoll vor seinen Wurzeln zu verneigen. Alles beim Alten im Hause Plant also. Im wahrsten Sinne des Wortes.

(Markus Bellmann)

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Highlights

  • Angel dance
  • Central two-o-nine
  • Monkey
  • Satan, your kingdom must come down

Tracklist

  1. Angel dance
  2. House of cards
  3. Central two-o-nine
  4. Silver rider
  5. You can't buy my love
  6. I'm falling in love again
  7. The only sound that matters
  8. Monkey
  9. Cindy, I'll marry you one day
  10. Harm's swift way
  11. Satan, your kingdom must come down
  12. Even this shall pass away

Gesamtspielzeit: 47:32 min.

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