Various Artists - Big noize

Various Artists- Big noize

EMI Music Media
VÖ: 09.06.2000

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Noizing all over

Jedem Major-Label seinen Alternative-Sampler. Nach diesem Motto schickt sich nach Epic ("Hörsturz") nun auch EMI an, mit einer in penetrantem Grün gehaltenen Compilation namens "Big noize" der alteingesessenen "Crossing all over"-Reihe (BMG) Konkurrenz zu machen. Daß hier nur die durch HIM, Reamonn oder Guano Apes ungleich zahlreicher und zahlungskräftigere "Alternative"-Kundschaft ausgenommen werden soll und man sich bei der Verteilung des Rock-Geldkuchens auch ein kleines Stückchen sichern möchte, darf natürlich nur als eine haltlose Unterstellung gelten.

Speziell bei diesem Kuchen, den uns die EMI auftischt, muß es sich zweifellos um einen nicht immer geschmackssicheren Rührkuchen handeln. Wie sonst wäre es zu erklären, daß auch Spaßvögel wie The Bates, die Toten Hosen, Glow oder die Alternative Allstars, die allesamt den Hörfluß unnötig stören, den Weg auf diese Zusammenstellung gefunden haben. Ein Blick in die Credits macht läßt unter anderem mit Marcy Playground, Chumbawamba, Richard Ashcroft und Schweisser auch etliche Künstler der EMI-Gruppe ausmachen, die bislang auf den Samplern der Konkurrenz weniger präsent waren. Zudem wurde die willkommende Gelegenheit genutzt, mit King Bastard einen hauseigenen Newcomer einem größeren Publikum zu präsentieren, der klingt wie Fury In The Slaughterhouse zu ihren besten Zeiten.

Der Rest ist Standard und auch bei den Kollegen zu finden. Bands wie HIM ("Right here in my arms"), die Guano Apes ("Big in Japan"), Muse ("Muscle museum") oder Such A Surge ("Silver surger") kann man sich momentan schon beinahe durch einen einfachen Blindgriff ins Sampler-Ragal in den Einkaufskorb packen. Hinzu kommen die noch frischgebackenen Hits "Supergirl" der labeleigenen Reamonn, die mit einem Aufkleber auf dem Cover und einem Kurzportrait im Booklet besondere Berücksichtigung finden, "Fast wie von selbst" (Sportfreunde Stiller) sowie die nicht minder erfolgreiche, dafür aber ungleich geschmacksfreie "Ring of fire"-Coverversion der H-Blockx. Fehlen dürfen indes auch nicht die obligatorischen Rock-Klassiker, bei der die Auswahl bei einer ersten Auflage eines Samplers noch ungleich größer ist. Vor allem hier wurde mit "Song 2" (Blur), "Easy" (Faith No More) und dem bisher leider sträflich unterbewerteten "Cannonball" (The Breeders) ein glückliches Händchen bewiesen.

Spätestens an dieser Stelle zeigt sich für den Rezensenten die Crux an der ganzen Sache. Sehr viel mehr als die Tracklist in einer solchen Rezension unterzubringen ist nämlich ein Ding der Unmöglichkeit, ebenso wie Empfehlungen auszusprechen, welcher der erwähnten Rock-Samplern nun der lohnenswerteste ist. Welcher der Crossing All Over-Plagiate denn nun wirklich den Weg ins heimische Plattenregal findet, sollte jeder in Anbetracht der Tracklists selbst entscheiden.

(Armin Linder)

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Highlights

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Tracklist

  • CD 1
    1. Supergirl (Reamonn)
    2. Ring of fire (H-Blockx vs. Dr. Ring Ding)
    3. Big in Japan (Guano Apes)
    4. You look so fine (Garbage)
    5. On my way (Myballoon)
    6. Right here in my arms (HIM)
    7. Muscle museum (Muse)
    8. My own worst enemy (Lit)
    9. Silver surger (Such A Surge)
    10. Fast wie von selbst (Sportfreunde Stiller)
    11. Every you every me (Placebo)
    12. Let there be rock (Tocotronic)
    13. Faster 2000 (Glow)
    14. Bayern (Die Toten Hosen)
    15. Japanese girl (The Bates)
    16. Flying through the smoke (New Model Army)
    17. She's got all the friends that money can buy (Chumbawamba)
    18. Cannonball (The Breeders)
    19. Natural blues (Moby)
    20. A song for the lovers (Richard Ashcroft)
  • CD 2
    1. Let forever be (The Chemical Brothers)
    2. Charlie big potato (Skunk Anansie)
    3. Song 2 (Blur)
    4. Penguins & polarbears (Millencolin)
    5. How could I just kill a man (Cypress hill)
    6. Electric Uncle Sam (Primus)
    7. New noise (Refused)
    8. El mundo (Molotov)
    9. Born dead (Body Count)
    10. From this day (Machine Head)
    11. More human than human (White Zombie)
    12. Move right out of here (Hellacopters)
    13. Come back and play (Seesaw)
    14. It's saturday (Marcy Playground)
    15. Rise and shine (One Minute Silence)
    16. Sonic 3000 (Miles)
    17. Vermissen (Schweisser)
    18. A million places (King Bastard)
    19. Rock on (Alternative Allstars)
    20. Easy (Faith No More)

Gesamtspielzeit: 145:20 min.

Referenzen

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