Medina - Welcome to Medina

Medina- Welcome to Medina

Capitol / EMI
VÖ: 23.07.2010

Unsere Bewertung: 3/10

Eure Ø-Bewertung: 4/10

Episodenfilm in Pop

Neulich:
Sven hat Ohrenbluten. Das schmerzt, zu verdanken hat er das seiner Freundin. Die wollte unbedingt noch einmal in Disco. In einem Anflug von Gutmütigkeit, Nachlässigkeit und Bestechlichkeit hatte sich Sven darauf eingelassen, konnte aber immerhin noch den Deal aushandeln, nicht zwanghaft die Tanzfläche belegen zu müssen. Angelehnt an der Box aber wummerte der Bass lustige Konturen in sein Gesicht und schließlich in seinen Gehörgang. So lange, bis sein Innenohr kapitulierte. Der Notarzt trägt ein T-Shirt mit der Label-Aufschrift "F**k me, I'm famous". Svens Freundin versucht zu erklären: "Der ist bei "Sexy bitch" schmerzverzerrt zusammengeklappt, da bin ich natürlich sofort zu ihm hin. "Geiler Song", entgegnet der Arzt und nimmt einen neuen Tupfer.

Zeitgleich:
Katrin geht mit Freundin Nadine zum Konzert von Lady Gaga. Beide haben sich zuvor mit platinblonden Perücken in Topfschnitt-Optik bekleidet und mit Motorenöl geschminkt. Die Germanotta haut Hit um Hit raus. Zweieinhalb Stunden später verlassen die Freundinnen die Arena völlig begeistert. Sie haben den dringenden Wunsch, in einer Netzstrumpfhose und kleinen Goldsternchen auf ihren Brüsten auf dem Lollapalooza von der Bühne zu springen. Und sie haben gelernt, dass man aus Absperrketten und Aluminiumfolie ein Kleid basteln kann.

Unterdessen:
Teeparty in Stockholm. Gastgeberin Karin Dreijer hat eingeladen, um über Electro-Pop zu sprechen, und die Möglichkeit, darin Gefühle auszudrücken. Mit in der Runde sitzen Robyn, Lykke Li und Miike Snow, sie hatten den kürzesten Weg, auch Annie erscheint mit kleiner Verspätung. Nachdem sich Róisín Murphy telefonisch aus Irland zugeschaltet hat, ist sich die Runde nach kurzweiliger Diskussion einig: Trotz unterkühlter Musik ist es der Umgangsweise des Künstlers mit jenen metallischen Klängen geschuldet, den Electro-Pop auf Körpertemperatur zu bringen, um das Gefühl zu vermitteln, dass auf dem Weg von Steckdose zu elektrischem Gerät Volt und auch ein paar Tropfen Blut fließen.

Drei Geschichten münden in "Welcome to Medina". Sven würde auch bei Medina Ohrenbluten bekommen, weil sowohl bassbeladene als auch Midtempo-Nummern für den Dancefloor getrimmt wurden, wo sie mit Sicherheit ihren Zweck erfüllen. Katrin und Nadine ahnen, dass die Dänin wohl auf deutschem Boden ohne Lady Gaga mehr Probleme gehabt hätte. Selbst nach dem Single-Hit "You & I" lassen sie sich nicht beirren: Mal abgesehen von Extravaganz und Star-Appeal, besitzt Gaga bislang und auf absehbare Zeit die besseren Songs und mehr Potenzial. Und: So sehr sich Medina müht ihre Gefühlswelt zu vermitteln, geschieht dies doch immer in Dance-Songs und immer wiederkehrenden Effekten und Sounds. Wem das alles schnurz ist: Viel Spaß mit "Welcome to Medina".

(Stephan Müller)

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Highlights

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Tracklist

  1. Welcome to Medina
  2. You & I
  3. Addiction
  4. Lonely
  5. 6 am
  6. In your arms
  7. Happy
  8. The one
  9. Gutter
  10. Selfish
  11. Execute me
  12. You & I (Acoustic Mix)

Gesamtspielzeit: 42:14 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
dadada
2012-12-18 20:05:19 Uhr
stimmt leider. die wird so extrem beworben und fällt nur durch langeweile auf. kein wunder, dass da alles floppt. ich frage mich, ob die mit irgendeinem plattenboss vögelt - warum hat die so viel marketingbudget?
dada
2012-12-18 18:40:11 Uhr
total gay, nur autotune, erbärmlicher gesang, billige beats.
YOU AND I is offiziell der schlechteste popsong des jahres

hässlich ist die alte auch noch
klugscheiss
2010-08-30 16:26:01 Uhr
zur Rezi: Volt fließen nicht, Volt liegen an. Coulomb fließen. Fürs nächste mal ;)
m.l.
2010-08-28 14:39:02 Uhr
der kram läuft hier in dk rauf und runter. mir gefällts.
hmm
2010-08-27 17:01:03 Uhr
das kommt jetzt aber überraschend...
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