Iron Maiden - The final frontier

Iron Maiden- The final frontier

EMI
VÖ: 13.08.2010

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Die Grenz-Gang

Scream for me, Plattentests.de! SCREEEEEAAAM FOR ME, PLATTENTESTS.DE!!! Wem man diese Einleitung oder das berechtigte Getöse um den neuen, mittlerweile 15. Iron-Maiden-Release erklären muss, dem kann man eigentlich nur achselzuckend die ersten vier Alben der Metal-Legende in die Hand drücken oder direkt auf die noch immer überragend energetischen und spielfreudigen Liveauftritte verweisen. Alle anderen wissen sowieso längst Bescheid: Schließlich hat die Band - abseits aller nostalgischen Heldenverehrung - seit der Rückkehr von Sänger Bruce Dickinson und Gitarrist Adrian Smith 1999 drei sehr gute bis hervorragende Alben vorgelegt, die mit jedem Anlauf epischer und komplexer ausfielen.

"The final frontier" schafft es tatsächlich, diesen Trend zumindest formal noch einmal zu steigern: 76 Minuten Spielzeit verteilt das Album auf nur zehn Songs, "When the wild wind blows" überschreitet für seinen post-apokalyptischen Flirt mit keltischer Folklore sogar locker die Elf-Minuten-Grenze. Leider gelingt Iron Maiden dieses Mal nicht mehr konsequent, was bei "A matter of life and death" noch so hervorragend funktionierte: Die episch langen Songs kommen oft nicht richtig auf den Punkt, Spannungsbögen verlaufen im Sande oder entfalten sich gar nicht erst, und manches Zwischenspiel mag sich nicht recht mit seinem Refrain oder seiner Strophe anfreunden. Beispielhaft steht dafür der Opener, dessen dunkel dräuendes, elektrisch verbrämtes Intro es als fünfminütiger Vorlauf für vier Minuten soliden Heavy Metal mit guter Gesangslinie doch ein wenig übertreibt. Klar, dass es bereits diese Einleitung ist, die die Fans spaltet.

Die vorab bekannte, zügig voranmarschierende Hardrock-Leihe "El dorado" dagegen wächst im Albumkontext schnell zu einem der besser greifbaren Stücke, während die beiden Song-Monumente "Isle of Avalon" oder "The man who would be king" ihre überlebensgroßen Konturen nicht vollständig ausfüllen können. Was freilich nicht an der exzellenten Soloarbeit der drei Gitarristen Janick Gers, Adrian Smith und Dave Murray liegt, die im teils unscharfen Songwriting sogar noch deutlicher als sonst heraussticht. Auch Bruce Dickinson gibt sich keine Blöße, wirklich glänzen kann er auf der Grundlage einer eher durchschnittlichen Metalballade wie "Coming home" jedoch auch nicht. Damit all das nicht zu negativ klingt: "Mother of mercy" ist genau der spannende, geschlossene, progressive Fünfminüter, für den sich Iron Maiden seit 2000 zu Recht neuen Ruhm erworben haben.

Auch "The talisman" empfiehlt sich mit atmosphärisch dichtem Folk-Gitarrenpicking und dem unweigerlich folgenden Schema aus Ausbruch, peitschender Strophe und hymnischem Refrain sowie einem Bruce Dickinson in Höchstform völlig zu Recht als Nachfolger von "The legacy". Spielerische Klasse lässt "The final frontier" dann auch zu keiner Zeit vermissen, nur finden die vielen Teile der Songs nicht immer zueinander. Die Stringenz der Mini-Epen leidet unter der Ambition, unbedingt noch eine Schippe Epik mehr auf dieses Album packen zu wollen. Dabei lässt der kurzfristige "The number of the beast"-Schwefel der Strophe von "The alchemist" erahnen: Iron Maiden können auch und gerade mit solch zackigem Vorwärts-Metal ihre an 20 Stadion-Jahren geschulte, monumentale Massenunterhaltung bestreiten. Und machen als Grenzgänger dabei immer noch eine gute Figur.

(Dennis Drögemüller)

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Highlights

  • Mother of mercy
  • Starblind
  • The talisman

Tracklist

  1. Satellite 15...The final frontier
  2. El dorado
  3. Mother of mercy
  4. Coming home
  5. The alchemist
  6. Isle of Avalon
  7. Starblind
  8. The talisman
  9. The man who would be king
  10. When the wild wind blows

Gesamtspielzeit: 76:39 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Irons
2010-08-25 14:42:40 Uhr
9/10

Fresse einfach!
Ballion
2010-08-17 11:13:35 Uhr
logan: "Die anfängliche Magie ist mittlerweile doch sehr stark verflogen.

Die Magie ist nicht "verflogen". Sie ist nur älter geworden. Wenn dir eine dreißigjährige Magie mit schütterem Haar und Bauchansatz nicht gefällt, musst du dir wohl eine jüngere suchen.
Paul
2010-08-16 19:31:32 Uhr
5.5/10 auf CDstarts
Bruce
2010-08-16 11:26:29 Uhr
4/5 auf laut.de
-_-
2010-08-14 16:35:03 Uhr
Subjektiv mag das vielleicht für dich zutreffen, aber die Wahrheit sieht anders aus.
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