Daniel Lioneye - The king of rock'n roll

Daniel Lioneye- The king of rock'n roll

Voskon / RCA / BMG
VÖ: 26.11.2001

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Fels und Brötchen

Daniel Lioneye ist endlich auch in Deutschland angekommen. Wie bitte? Ihr wißt nicht, wer Daniel Lioneye ist? Haben Euch die Wölfe beim letzten Vollmond nichts vom neuen Stern am finnischen Rockhimmel vorgeheult? Nicht? Nun gut, dann eben nicht. Wäre auch nicht wirklich wichtig gewesen. Machen wir es also kurz: Daniel Lioneye ist Lily Lazer, seines Zeichens Klampfenbearbeiter im Diensten von Knuffelgruftie Ville Valo und HIM. Und wie es Klampfenbearbeitern erfolgreicher Bands nun einmal in den Erbanlagen steckt, hat auch Lazer ein ganz eigenes Sideproject. Nur zum Spaß. Klar.

Mit dem Sound der Stammband hat "The king of rock'n roll" aber trotz der Mitwirkung von Tieftöner Migé Amour und Meister Valo himself an den Taktklöppeln so gut wie nichts zu tun. Hier werden keine Sargdeckel mit Plüsch ausgelegt, sondern die Verstärker aufgerissen. Laut und dreckig soll es bitte sein. So scheppern und knarzen sich Lioneye und seine Mannen durch neun launige Riff-Rocker und haben hörbar mächtig Spaß dabei, mit der Startnummer 08/15 durch einen Schwung mäßig origineller Rock'n'Roll-Nummern zu galoppieren.

Während Lioneye wie eine Mischung aus Elvis Presley und Glenn Danzig zu jaulenden Gitarren und übersteuerten Bässen croont, klopft Valo auf seine Kessel ein, als wolle er in die - selbstverständlich viel zu großen - Fußstapfen John Bonhams treten. Statt eines "Stairway to heaven" ist man hier jedoch viel eher auf dem "Highway to hell". Doch auch wenn Lioneye sich als "Dope Danny" bezeichnet, erstickt hier niemand am eigenen Erbrochenen. Dem ungestümen Finnen-Blues läuft der Rotz nämlich viel eher aus der gepiercten Nase.

Es geht aber auch anders: "I'm gonna give you what you need / I'm gonna make your ears bleed" stellt Lioneye schon im erfreulich nackenschüttelnden Titelstück klar. Fleißig weiden sich die Songs in Klischees, jagen beiläufig ein paar Stones- und Sabbath-Riffs in die Luft, klauen Motörheads Lemmy die Stimmbänder für die Backingvocals und zerdröhnen Dylans "Knockin on heaven's door". Irgendwann erwischt man sich plötzlich selber dabei, grinsend zu "Roller" oder "We gonna rockin tonight" mitzumoshen. Mit geschüttelter Matte und nicht wirklich perlweißem Grinsen übersetzt das phonstarke Trio humoris causa sein Verständnis der in die Jahre gekommenen alten Dame Rock'n'Roll in eine Sprache, die auch die Generation Viva verstehen kann. Dabei wäre das doch gar nicht so schwierig gewesen: Rock and roll. Fels und Brötchen.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • The king of rock'n roll
  • We gonna rockin tonight

Tracklist

  1. The king of rock'n roll
  2. Roller
  3. Dope Danny
  4. Never been in love (Till the day I die)
  5. Eldorado baby
  6. Lonely road
  7. International p-lover
  8. We gonna rockin tonight
  9. Knockin on heaven's door

Gesamtspielzeit: 39:26 min.

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