The Courteeners - Falcon

The Courteeners- Falcon

Polydor / Universal
VÖ: 16.07.2010

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Eine wie alle

Morrissey sagt, The Courteeners hätten den Hype in ihrem Heimatland nicht verdient. Hype-Bands, das seien Gruppen, die nichts anbieten, die nicht nachhaltig sind. The Courteeners hingegen hätten starke Songs, tolle Texte, große Hooklines und seien sowieso seine allerliebste Band seit The Smiths oder so. Wenn man solch eine Aussage im hauseigenen Pressetext unterbringen kann, ist das natürlich Gold wert. Ein Freifahrtsschein ist das nicht. Denn auch einem prominenten Förderer kann eine Geschmacksverirrung unterlaufen.

Rollt man das Feld von hinten auf, lichtet sich der Nebel. The Courteeners hören sich in etwa wie U2 an, die wie The Smiths klingen wollen und ihre New Wave-Wurzeln dabei hinter akustischen Gitarren verstecken. In der grauen Theorie hört sich das gefährlich an. Auf CD hingegen immer gut, manchmal sogar großartig. Liam Fray hat daran schuld. Dessen Stimme ist so weich und anschmiegsam, dass die mitunter rauen Texte des Sängers wie eine zarte Liebeserklärung durch die Luft schweben. Das Album ist keine fünf Minuten alt, schon kann man Morrissey für seine waghalsige Aussage gratulieren: stimmt!

Die Eröffnung von "Falcon" ist schlicht fantastisch. "The opener" ist ein bisschen Medley, vor allem aber ein großes Stück Pop-Musik. Das Intro legt das Feuer, das in den nächsten fünf Minuten zum berauschenden Flächenbrand ausartet. Man wird süchtig nach diesem Song. Und bekommt auf dem Silbertablett serviert, was "Falcon" auszeichnet: flirrende Gitarren, herbstliche Melancholie, mitreißende Rhythmen. "Falcon" fühlt sich ein bisschen so an wie damals "Because of the times". Ein Album, das fähig ist, unvermittelt zuzuschlagen.

Man kann mit "Falcon" auch ein kleines Spiel spielen, das die Größe der Platte ein wenig schmälert. "Cross my heart & hope to fly" könnte auch die Hit-Single welcher Band sein? Bekommt Morrissey für "Good times are calling" eine GEMA-Ausschüttung? Spielt The Edge bei "Cameo brooch" Gitarre? Die Referenzen von The Courteeners sind so offenkundig, dass es schon fast charmant ist, wie naiv und intuitiv hier arrangiert wird. Der Gesamteindruck von "Falcon" leidet jedoch nicht darunter. Das ist stimmig, erquicklich, toll. Morrissey, übernehmen Sie!

(Christian Preußer)

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Highlights

  • The opener
  • Take over the world
  • Scratch your name upon my lips
  • Will it be this way forever

Tracklist

  1. The opener
  2. Take over the world
  3. Cross my heart & hope to fly
  4. You overdid it doll
  5. Lullaby
  6. Good times are calling
  7. The rest of the world has gone home
  8. Sycophant
  9. Cameo brooch
  10. Scratch your name upon my lips
  11. Last of the ladies
  12. Will it be this way forever

Gesamtspielzeit: 49:47 min.

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