RPA & The United Nations Of Sound - United Nations Of Sound

RPA & The United Nations Of Sound- United Nations Of Sound

Parlophone / EMI
VÖ: 16.07.2010

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Ichisichisichisich

Ich Chef, Du nix. Der begrenzt lustige T-Shirt-Spruch, gerne zur Schau getragen von Menschen, die sich eigens dafür den EMP-Katalog bestellt haben, stünde auch Richard Paul Ashcroft ganz hervorragend. Trotz schlaksiger XXL-Statur. Denn mit einer Band hält er es nicht lange aus. The Verve trennten sich im Zwist, rauften sich kurz wieder zusammen, lösten sich aber nach dem wenig inspirierten "Forth" lieber wieder auf. Berücksichtigt man seine drei Soloalben, spricht also vieles für den Alleingänger Ashcroft - um so größer das Erstaunen, als er sein neues Projekt ankündigte und eine Band ins Boot holte. Eine mit eigenständiger Identität, erkennbar am Namen RPA & The United Nations Of Sound, während Ashcroft selbst lediglich auf Initialen heruntergekürzt wurde.

Mit Sinneswandel hat das aber nichts zu tun, erklärte der Sänger doch unlängst im Interview, Kopf der Band und somit tonangebend zu sein. Zumal die so annähernd zu Erfüllungsgehilfen degradierten Musiker sonst hauptsächlich im Bereich Black Music tätig sind. Gitarrist Steve Wyreman spielte bereits für Mary J. Blige, und Produzent No I.D. verarztete Jay-Z und Common. Und das spiegelt sich in den musikalischen Grundzügen wieder. "How deep is your man" etwa rumpelt als Gary-Moore-Gedächtnisblues daher, der stampfende Beat von "America" begleitet sicher bald einen Boxer auf dem Weg in den Ring, und der Soul von "Life can be so beautiful" führt Ashcroft zum Falsettgesang und damit an den Rand der Parodie.

Nahezu jeder Song auf "United Nations of Sound" werkelt nach Kräften daran, den Briten als 13. Apostel zu etablieren. Das Motiv des Glaubens taucht in Textfragmenten von "Sweet Jesus", "Love is the lord" und "Glory hallelujah" immer wieder auf, jedoch bleiben stets Restzweifel, ob hier wirklich von Gott die Rede ist oder nicht etwa doch vom Egomanen Ashcroft selbst. Angesichts von Großtaten aus der Vergangenheit fällt es zwar schwer, dieses Album als misslungenes Experiment abzutun - doch wenn "Royal highness" hintergründig mit Bostons "More than a feeling" hantiert und das wahwah-rockende "Beatitude" mit deplatzierten Backgroundgesängen aufwartet, darf man schon mal kurz zusammenzucken.

Zum Glück besänftigt in "Good loving" oder "This thing called life" ein von The Verve bekannter Sound, auch wenn Ashcroft seinen Hang zur Opulenz nicht abgelegt hat. Schon der Opener "Are you ready" loopt sich auf überlange sechseinhalb Minuten, und der legendäre, unter anderem bei Michael Jackson erprobte Arrangeur Benjamin Wright meinte es zuweilen zu gut mit den Streichern. Erstaunen dagegen beim gänzlich unpeinlichen "She brings me the music", das auf den ersten drei Minuten mit nicht viel mehr als Piano und Akustikgitarre auskommt und in aller Ruhe seinem Höhepunkt entgegensteuert. Vielleicht sollte Ashcroft es doch lieber als singende Ich-AG probieren. Für den Moment ist er wieder Teil einer Band, aber keinen Schritt weiter.

(Stephan Müller)

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Highlights

  • She brings me the music

Tracklist

  1. Are you ready
  2. Born again
  3. America
  4. This thing called life
  5. Beatitude
  6. Good loving
  7. How deep is your man
  8. She brings me the music
  9. Royal highness
  10. Glory
  11. Life can be so beautiful
  12. Let my soul rest

Gesamtspielzeit: 56:10 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
embele
2010-07-17 14:48:50 Uhr
Ich, aber es gibt schon einen Thread zu diesem Thema !!!
toolshed
2010-07-17 04:03:07 Uhr
Scheißt doch der Hund drauf was Plattentests.de meint, ich kann das Album schon gut leiden - wer noch?
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