Parkway Drive - Deep blue

Parkway Drive- Deep blue

Epitaph / SPV
VÖ: 25.06.2010

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Die Kurve gekratzt

Der erste Eindruck trügt. Ein paar Minuten, nachdem "Deep blue" die Einflugschneise in den CD-Player überstanden hat, stehen die Mundwinkel auf Halbmast, sehnt man den Feierabend herbei und hat man die 3-von-10-Punkte-Tafel schon vorfrittiert. Bis dahin haben Parkway Drive alle Klischees ihrer Sparte in Musik abgehakt, auf die man eigentlich nur steil gehen kann, wenn man Converge mit einer Schuhmarke verwechselt und Shai Hulud bei Wikipedia nachschlagen muss - um dann doch beim Eintrag zu Frank Herberts "Dune" zu stranden. Prinzipiell ändert sich am Sound dieser Platte auch danach wenig. Warum sie dennoch davonkommt, mit blauen Augen und einem Liege-Platz auf der akzeptablen Seite des hiesigen Archivs, das muss jetzt geklärt werden.

Parkway Drive müssen selbst rot anlaufen, wenn sie Teile dieses Albums fertig in den Händen halten. Zwei, vier Songs brauchen sie Anlauf, um reinzufinden. Erst dann erreichen sie so etwas wie Betriebstemperatur, lassen Dynamik und melodische Licks Stücke verwalten, wo sonst die stupidesten Breakdowns seit Hatebreed-Coverbands fast ganze Lieder bestimmen. Lieder, die nur mit Wohlwollen mehr als ordentliche Zielgrupppen-Vollbedienung aus der Fertigtüte nach Art des Hauses sind. Wer "Hollow" oder "Unrest" gut findet, muss in einer Zeit kleben geblieben sein, in der man Metalcore für einen ähnlich radikalen Crossover wie Chili-Schokolade hielt.

Ansonsten geben sich Parkway Drive eigentlich als das, was sie sind: Handwerker, Pferdelungen und Arbeiter in einer Sparte, in der es zur Zeit vor allem Handwerker, Pferdelungen und Arbeiter gibt. Aber solche, zu denen es sich herumgesprochen hat, dass sich alleine mit Klotzen abseits von Fanzine-Rezensionen kein Blumentopf mehr gewinnen lässt. Oder gar Punktzahlen größergleich vier. "Deliver me" etwa fahren Parkway Drive zur Halbzeit auch mal auf Pickings runter. In "Alone" singen die Gitarren fast wie bei den besseren August Burns Red. "Karma" überrumpelt einen mit der ein oder anderen Melodie, die man dieser Platte fast nie zugetraut hätte. Dazwischen: so viele Breakdowns, dass man sie gar nicht mehr alle anzählen möchte. Für Fans.

(Sven Cadario)

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Highlights

  • Sleepwalker
  • Karma

Tracklist

  1. Samsara
  2. Unrest
  3. Sleepwalker
  4. Wreckage
  5. Deadweight
  6. Alone
  7. Pressures
  8. Deliver me
  9. Karma
  10. Home is for the heartless
  11. Hollow
  12. Leaviathan I
  13. Set to destroy

Gesamtspielzeit: 43:43 min.

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