Kylie Minogue - Aphrodite

Kylie Minogue- Aphrodite

Parlophone / EMI
VÖ: 02.07.2010

Unsere Bewertung: 3/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Keine Chance für die Liebe

Es war am ersten Tag des Sommers, als ein kleines Auto an einer roten Ampel stand. Die Scheiben waren heruntergekurbelt, der Fahrer pfiff ein Liedchen: "All the lovers" von Kylie Minogue. Die Menschen am Straßenrand nahmen die Melodie auf und wippten mit den Köpfen. Der Blumenverkäufer schenkte einer alten Dame eine Tulpe, der Postbote hüpfte fröhlich über den Straßengully und grüßte lachend den Fahrradkurier. Der Sohn des Bäckers küsste vergnügt das Mädchen an der Bushaltestelle, und selbst die Vögel zwitscherten mit. Mehr gibt es zum elften Album von Minogue eigentlich nicht zu sagen.

Oder vielleicht doch? Immerhin ist dieses neue Album ein ziemlicher Reinfall, den man ihr so nicht zugetraut hätte. Die erwähnte, beschwingte Single war dank der frohgemuten Grundstimmung und des windschiefen Synthies noch ein gefälliger Vorbote und verströmte eine unaufdringliche Leichtigkeit, die "Aphrodite" auch in voller Länge gut zu Gesicht gestanden hätte. Statt dessen sackt hier die Qualität ins Bodenlose. Die Songs sind vorhersehbar, klebrig und in jeder Sekunde so übertrieben gutgelaunt, dass Lukas Podolski dagegen wie ein chronischer Miesepeter wirkt.

"Aphrodite" enthält vor allem längst überlebten, seelenlosen Dance-Pop, den Madonna nicht einmal als B-Seite bemüht hätte - frisch aus der Achtziger-Kiste herausgekramt. Dabei hatte sich das Produzententeam um den unausweichlichen Stuart Price gemeinsam mit Minogue einiges vorgenommen: Es sollte die Wiederauferstehung der Australierin werden, eine Demonstration von Kraft und Genesung. Das Resultat dieses Masterplans wirkt hingegen geistlos, langweilig und fade. Der traurige Höhepunkt dieses selbstzufrieden grinsenden Kraftakts kommt ganz zum Schluss: "Can't beat the feeling" ist solch dämlicher Allerweltspop, dass man wenigstens ob der konsequent nach Niveaugefälle aufgegliederten Trackliste zustimmend nickt: je weiter hinten, desto schlechter.

Das Video zu "All the lovers" ist bezeichnend für "Aphrodite": Wie einst der Rattenfänger von Hameln verführt Minogue die Menschheit, ruft zur bedingungslosen Körperlichkeit auf und spiegelt so ein Album, das die seichtesten Gefühle bedient und Lockerheit als sportliche Disziplin ausruft. Der Titel mag zwar zunächst dem Inhalt entsprechen - doch dass ausgerechnet die vielleicht wichtigste Göttin der griechischen Mythologie als Namensgeberin für diese Ansammlung nichtssagender Popsongs herhalten muss, grenzt schon an Verunglimpfung. So etwas hat sie nicht verdient.

(Christian Preußer)

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Highlights

  • All the lovers

Tracklist

  1. All the lovers
  2. Get outta my way
  3. Put your hands up (If you feel love)
  4. Closer
  5. Everything is beautiful
  6. Aphrodite
  7. Illusion
  8. Better than today
  9. Too much
  10. Cupid boy
  11. Looking for an angel
  12. Can't beat the feeling

Gesamtspielzeit: 43:48 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Luv0r
2010-07-17 13:45:45 Uhr
Die ist mit ihren 42 halt einfach immer noch superheiß!!!
Dan
2010-07-17 13:43:30 Uhr

die Single mag ich inzwischen... auch
Wdhl.
2010-07-16 13:37:05 Uhr
http://nachrichten.lvz-online.de/kultur/musik/der-wellensittich-kehrt-zurueck--kylie-minogues-neues- album-aphrodite-ist-da/r-musik-a-39534.html

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Zur Info
2010-07-16 13:23:59 Uhr
http://nachrichten.lvz-online.de/kultur/musik/der-wellensittich-kehrt-zurueck--kylie-minogues-neues-album-aphrodite-ist-da/r-musik-a-39534.html

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Blant
2010-07-14 08:39:50 Uhr
Britneys bisher bestes Albumb "Blackout" im Jahr 2007 bekam hier auch nur 5/10 - obwohl sogar 4 Hightlights von 12 Songs genannt wurden - wie kann dann die Bewertung so niedrig sein?

Ihr Albumsound hat den darauffolgenden Elektro-Synthie-Popsound geprägt seit 2008 dominiert.
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