Here We Go Magic - Pigeons

Here We Go Magic- Pigeons

Secretly Canadian / Cargo
VÖ: 02.07.2010

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Der dritte Start

Neuanfänge starten selten wirklich komplett bei Null. Wenn sich auf unangenehme Weise Bus und Fußweg kreuzen und man dem Tod gerade noch mal von der Schippe springt, achtet man in der Folge besser auf den Straßenverkehr. Wenn einen Job und Freundin auf einmal verlassen, taucht fortan eigentlich alles, was diesen miesen Tag ausgemacht hat, auf keiner To-Do-Liste mehr auf. Man lernt eben dazu und nimmt immer etwas mit. Luke Temple etwa versuchte mit mäßigem Erfolg, solo Fuß zu fassen. Die Folge: Ein Neuanfang als Here We Go Magic. Er saugte alles auf und presste es in ein Vierspur-Aufnahmegerät, spielte alle Instrumente selbst und arbeitete dabei alte Folk-Partikel ins Lo-Fi-Gerüst ein. Beachtlich, doch auf Tour sah es eher mickrig aus, wenn Temple seine Songs alleine präsentierte. Eine Band musste her - der dritte Start.

Was blieb, waren der Name und die psychedelischen Sounds, die dank Band auf "Pigeons" bestens durch Weird Folk, Indiepop, Krautrock und auch Rock ergänzt werden. Temple steht zwar noch immer als Sänger im Mittelpunkt und agiert weiterhin als Kopf und Vordenker, spricht aber selbst von Demokratie in der Band. Netterweise entschied sich die Mehrheit für gute Songs und einen Überhit: Die Single "Collector" streckt seine poppigen Gräten von sich, futtert sich fünf Minuten durch den dezent auf einen Höhepunkt hinarbeitenden Aufbau und dreht diametral textfragmentale Loopings auf wirbelwindigen Becken.

Die Drums zimmern selten extrovertiert drauflos und benehmen sich stattdessen wie ehemalige Alkoholiker in der Silvesternacht, wenn sie fast schon schwermütig trocken durch "Pigeons" stapfen. Und dennoch sind sie trotz dahergniedelnder Gitarren mühelos omnipräsent. Nebenbei schunkelt sich "Bottom feeder" auf einsame Inseln, "Casual" fährt dreißig Jahre zurück und bevorzugt schließlich doch den Pauschalurlaub mit Air und Le Loup, "Old world united" prescht mit wirren Keyboard-Sounds nach vorne, und das multi-rhythmische "Vegetable or native" nimmt sich titelgemäß nicht ernst, macht aber Spaß. Das passt ins Bild der gelösten Verkrampfung bei Temple. Je öfter man die Strecke fährt, umso besser kennt man die Gegend. Und aller guten Dinge sind drei.

(Stephan Müller)

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Highlights

  • Collector
  • Casual
  • Bottom feeder
  • Old world united

Tracklist

  1. Hibernation
  2. Collector
  3. Casual
  4. Surprise
  5. Bottom feeder
  6. Moon
  7. Old world united
  8. F.F.A.P.
  9. Land of feeling
  10. Vegetable or native
  11. Herbie I love you, now I know

Gesamtspielzeit: 47:43 min.

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User Beitrag
The MACHINA of God
2012-11-16 21:40:41 Uhr
Neues Album anyone?
cirwuomcp
2012-05-12 03:35:52 Uhr
LoHIYk nuyyeekyepxy
Rick
2012-05-11 05:38:14 Uhr
Holy Toledo, so glad I clciked on this site first!
Gordon Fraser
2010-10-20 19:58:30 Uhr
Lange ignoriert, nachdem mich das Debüt nicht sonderlich ungehauen hat. Aber das hier ist ein feines Album geworden, mit leichten Schwächen am Schluss.
Martin
2010-08-14 17:53:24 Uhr
Wieso eigentlich keine weitere Beteiligung an diesem Thread? ... Das Album ist großartig und die hier vergebenen 7 Punkte halte ich ich für untertrieben. Kein einziger schlechter Song, meiner Meinung nach bedient sich alles im oberen Mittelfeld, durchzogen mit einigen Highlights (Collector, Old World United,...)
Tolle Band, für meinen Geschmack nicht wirklich poppig, es finden sich Genügend andere Bezeichnungen...
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