We Are Scientists - Barbara

We Are Scientists- Barbara

Masterswan / PIAS / Rough Trade
VÖ: 18.06.2010

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Deckel drauf

Die Latte für kommende Alben hatten sie sich ganz schön hoch gelegt. Als im Jahr 2006 die zweite We-Are-Scientists-Studioplatte "With love and squalor" erschien, gab es wohl niemanden, der seinen Hintern nicht zu "Nobody move, nobody get hurt", "Inaction" oder "The great escape" bewegen musste. Mit der Betonung auf musste. Ein kleiner Blick hinter die Hits offenbarte aber bereits, dass nicht die ganz große Tiefe vorhanden war und dass es für die Kalifornier immer nur darum gehen sollte, eine möglichst gute Produktion mit charmanten Hits, Hits, Hits abzuliefern. Alles, was die etwas tumben Lyrics mit hervorragenden Melodien übertünchen konnte, war willkommen. Für "Barbara" ist dieses Vorhaben teilweise gründlich in die Hose gegangen.

So viel sei also schon verraten: Ein "Nobody move, nobody get hurt" oder "Inaction" findet sich auf dem vierten Studioalbum "Barbara" nicht. Obwohl sich "Rules don't stop" und "I don't bite" redlich Mühe geben. Das ist kraftvoller Power-Pop, dessen sympathisches Augenzwinkern allerdings diesmal mit dem Hammer kommt. Dennoch: Die beiden Songs bleiben netter, sommerlicher und tanzbarer Gitarrenpop, auch wenn dieser nicht so ganz zünden mag wie früher. Ebenso wenig wie der dritte Angriff auf die Schmunzelnerven "Nice guys". Irgendwas, ja irgendwas stimmt hier einfach nicht. Und dann, potzblitz, lüftet "Barbara" bei "Pittsburgh" ganz ohne Scham ihr dunkles Geheimnis.

Das zentrale Ärgernis ist nämlich die seltsam blecherne, schwammige Produktion, die den einen oder anderen Song aus der Bahn wirft. Eben dieses "Pittsburgh" zum Beispiel klingt, als hätte man lieblos irgendwelche Soundschichten aufeinander gepappt, untendrunter noch einen durchgehenden Wave-Teppich gelegt und zu allem Überfluss Keith Murray einen Blecheimer über den Kopf gestülpt. Heraus kommt ein hölzerner, verwaschener und überladener Song - der sich aber wunderbar mit "You should learn" und "Central AC" in eine Reihe stellt. Die schwerfällige Produktion ist es letzendlich auch, die einem potentiellen Hit wie "Ambition" fast jegliche Dynamik raubt. Bei "Foreign kicks" sitzt zumindest noch der melancholische Refrain und die glasklare Melodie. Aber das geht einem Teil der anderen Songs ganz einfach ab.

Damit können die groß gedachten Hits auf "Barbara" lediglich ihr Potenzial andeuten. Denn die dichte Sound-Decke und diese seltsam behäbige Produktion ersticken das schwache Licht am Ende des Tunnels viel zu oft. So bleibt "Barbara" eine durchschnittliche Platte - nicht mehr, nicht weniger -, die aus den sympathischen Grundstrukturen vieler Songs einfach keine Volltreffer zu formen in der Lage ist. Manches klingt nur nach etwas verunglücktem Füllmaterial und ist damit eher etwas für den besagten Blecheimer. Und weg damit.

(Kai Wehmeier)

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Highlights

  • Rules don't stop
  • I don't bite
  • Foreign kicks

Tracklist

  1. Rules don't stop
  2. I don't bite
  3. Nice guys
  4. Jack & Ginger
  5. Pittsburgh
  6. Ambition
  7. Break it up
  8. Foreign kicks
  9. You should learn
  10. Central AC

Gesamtspielzeit: 31:34 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

Mr. Fritte

Postings: 377

Registriert seit 14.06.2013

2015-04-02 20:30:36 Uhr
Hm, ich find hier nur den letzten Song gut. Den aber richtig. Ist dann auch immerhin ein guter Song mehr als auf der Platte danach. ;)

Gordon Fraser

Postings: 1329

Registriert seit 14.06.2013

2015-04-02 19:58:00 Uhr
Die erste Hälfte kann mit den "Of Love And Squalor"-Höhepunkten durchaus mithalten.
Liu
2010-05-23 11:36:57 Uhr
hm - die haben doch viele gute songs! was wäre denn dein ONE hit?

zb

http://www.youtube.com/watch?v=6BLeWvC2ewQ

http://www.youtube.com/watch?v=tzYST3uqTHQ

die gesamte WLAS

http://www.youtube.com/watch?v=iSzCMSHDbEo

uvm
Eurodance Commando
2010-05-22 23:36:10 Uhr
1. Single: unbedeutend.

Klarer Fall von One-hit-wonder, die band.
lätta
2010-05-22 13:34:35 Uhr
hab über das album jetzt auch nur mal drübergehört aber meine hoffnung, dass es an "with love and squalor" anknüpft kann ich wohl begraben...es is nicht grottig, aber wer das erste (richtige) album kennt wird nicht verstehen, wie man so ein großartiges album mit hit an hit und genialen hooks machen kann aber ein bzw. 2 alben später scheinbar nichts mehr davon übrig ist. trotzdem ist und bleibt immerhin "with love..." unter meinen ewigen top 10 meiner lieblingsalben. bin ja mal gespannt wie der gig am southside wohl wird...
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