The Chemical Brothers - Further

The Chemical Brothers- Further

Freestyle Dust / Parlophone / EMI
VÖ: 11.06.2010

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Blick zurück nach vorn

Kaum zu glauben, aber wahr: Die Chemical Brothers sind fünfzehn Jahr. Natürlich nur, wenn man ihre gemeinsame Vorgeschichte als The Dust Brothers nicht dazurechnet. Und es ist wirklich erstaunlich, wie konsequent die beiden Briten alle zwei bis drei Jahre ein Album mit Hits und bekannten Gästen auf den Markt bringen, das jedes Mal aufs Neue einschlägt. Trotz des Abgesangs auf den Elektro und die gesamte Musikindustrie. Im Grunde müssten die beiden gar keine Platten mehr veröffentlichen und würden doch alleine aufgrund des klangvollen Namens locker Konzertsäle und Partys zum Kochen bringen. Aber Tom Rowlands und Ed Simons machen ohnehin das, wozu sie Lust haben - und wenn sie gerade Lust auf ihr siebtes Studioalbum haben, dann kommt eben so etwas wie "Further" dabei heraus. Hier erlauben sich die Chemical Brothers konzeptionell einen kleinen Rückblick auf ihre Anfänge, verzichten komplett auf große Namen und legen den Fokus statt dessen auf psychedelisches Sounddesign, Big Beat und Synthie-Gewaber.

Ganz ohne fremde Hilfe kommt "Further" dennoch nicht aus. Einen Großteil der sparsamen Lyrics übernimmt Rowlands zwar höchstpersönlich, und den Rest erledigen einige ausgesuchte Samples, im Opener allerdings darf erst einmal die amerikanische Singer-Songwriterin Stephanie Dosen ran. "Snow" ist der verwirrendste Track dieses Albums und gaukelt nur vor, dass gleich die große Rock-Explosion ansteht. Doch es passiert nichts dergleichen. Der Track steigert die Spannung lediglich ins Unermessliche, erlöst aber nicht, sondern schwebt frei im Raum und mündet schließlich in das zwölfminütige Soundmonster "Escape velocity". Und hier sind die Chemical Brothers wieder voll in ihrem Element. Die Elektro-Beats rumpeln, hier und dort entfleucht eine Melodie, die aber umgehend vom nächsten Knarzen und Bollern einkassiert wird. "Further" entfaltet dabei bis zum abschließenden Track "Wonders of the deep" eine Dynamik, die den letzten drei Alben mitunter fehlte, und funktioniert über weite Strecken auch ohne Gaststars prächtig. Die Meute wird tanzen, so viel ist sicher. Sie muss sogar.

Allein den etwas faden Stücken "Another world" und "K+D+B" hätte ein wenig mehr Text als abwechselndes Element sehr gut getan. Dennoch ziehen Rowlands und Simons ihr Ding weitestgehend konsequent durch. So bleibt am Ende eine etwas zwiespältige Platte mit vielen positiven Momenten, die die Chemical Brothers wieder zurück an den Anfang ihrer Karriere bringt. Es zählt nur das DJ-Pult mit den beiden mittlerweile 40-Jährigen dahinter, die der Masse den Schweiß auf die Stirn zaubern. Ganz ohne Brimborium, offensichtlichen Hit und falsche Versprechungen durch große Namen. Und trotz dieser kleinen Verweigerung muss sich das Duo auch in Zukunft keine Sorgen um seine Relevanz machen. Es geht einfach immer weiter.

(Kai Wehmeier)

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Highlights

  • Snow
  • Escape velocity

Tracklist

  1. Snow
  2. Escape velocity
  3. Another world
  4. Dissolve
  5. Horse power
  6. Swoon
  7. K+D+B
  8. Wonders of the deep

Gesamtspielzeit: 51:53 min.

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User Beitrag

The MACHINA of God

Postings: 9406

Registriert seit 07.06.2013

2015-05-05 15:24:52 Uhr
Ja, das auf jeden (wenn auch nicht schwer). Und ja, die beiden ersten sind schon die besten.

Demon Cleaner

Postings: 5648

Registriert seit 15.05.2013

2015-05-05 15:19:11 Uhr
Die ersten beiden Tracks sind der Hammer. Danach geht es auf nicht ganz hohem, aber immer noch gutem Niveau weiter. Bleibe dabei: Das beste seit "Surrender".

The MACHINA of God

Postings: 9406

Registriert seit 07.06.2013

2015-05-05 15:17:00 Uhr
Mal wieder gehört. Besser als die drei Langeweile-Alben davor, aber trotzdem bei weitem nicht an altes anknüpfend. Fürchte auch, das werden sie nicht mehr tun. :/

UndercoverBrother

Postings: 85

Registriert seit 16.08.2013

2013-09-12 11:35:50 Uhr
wenn du von den Chems generell meinst, da war noch der "Hanna" Soundtrack von 2011, der Film lief in Deutschland als "Wer ist Hanna?" .

Hab ich letztens für 4 euro bei einem CD Großhandel mitgenommen. Durchaus ok, aber zuviele zu kurze Stücke, ich mag die Brüder mehr wenn sie einen auf ange soundtrips mitnehmen.


http://www.youtube.com/watch?v=UWd6wUh3mGo&list=PL73D76E300B3E43D1

hör mal rein

The MACHINA of God

Postings: 9406

Registriert seit 07.06.2013

2013-09-11 12:15:07 Uhr
Kommt da auch mal wieder was?
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