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The School - Loveless unbeliever

The School- Loveless unbeliever

Elefant / Al!ve
VÖ: 28.05.2010

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Herz-Dame

Können diese Augen lügen? Tief blickt man in diesen sepia-gefärbten Ozean hinein, so tief, dass man Liz Hunt schon vor dem ersten gesungenen Ton seine intimsten Geheimnisse anvertrauen möchte. Hach! Noch enger wird das Verhältnis zu Hunt übrigens bei Sekunde 29 der anlaufenden CD, wenn die erste Strophe gesungen ist und das Herz im Slalom hüpft. Man ist verliebt, verliebt, verliebt. "Loveless unbeliever" führt so herzlich in diese knappen 40 Minuten ein, dass man, besoffen vor Wonne, aus dem Dunkel der Erinnerung gerade noch Belle And Sebastian herauskramen kann, um wieder den Kontakt zum Boden unter den Füßen herzustellen.

Eines nach dem anderen: The School ist Liz Hunt. Sie ist das Gesicht, die Songwriterin. Am Fuße des Cardiff Castles komponierte sie Songs, so süß wie Met, so einschmeichelnd wie große Komplimente. Mit Band im Rücken erinnern die Songs von Hunt an Belle And Sebastian, an Camera Obscura und an die Beach Boys. Dieser eingängige, anschmiegsame Twee-Pop wickelt sofort um den Finger. Und ein weiterer verliebter Blick auf das Cover macht dann unmissverständlich klar: Junge! Das wird eine verhängnisvolle Affäre.

Denn jeder (!) Song dieser Platte ist ein grandioser Ohrwurm, ein potenzieller Hit. Die Chöre doo-doo-woopsen sich gutgelaunt ins Gehirn, die offenen Akkorde riechen nach Kornfeld, und dieser Bläseransturm zwingt jede Depression in die Knie. "Let it slip": heißer Kaffee beim Sonnenaufgang. "Is he really coming home?": Nacktbaden nach bestandenem Abitur. "All I wanna do": der erste Absturz mit Velvet Underground. "Loveless unbeliever" ist diese Herzplatte, die plötzlich aus dem Nichts auftaucht und erst nach intensiver Zweisamkeit ihre Schattenseiten offenbart.

Sie ist zu anhänglich, diese Platte. Sie folgt Dir auf Schritt und Tritt, verzeiht Dir keinen Abstecher zu den frühen Platten von Belle And Sebastian. Sie weiß nämlich, dass sie gegen diesen Vergleich dann doch den Kürzeren ziehen würde. Diese naive Melancholie kann nichts gegen hoffnungsvolle Fragilität ausrichten, der Sonnenschein nicht die Lust am Regen vertreiben. Der Vergleich ist unfair. Schon klar. Aber irgendwie muss man sich doch selbst schützen! Doch übersteht diese Freundschaft so eine kleine Krise locker. Noch einen letzten Kuss? Eine letzte Nacht?

(Christian Preußer)

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Highlights

  • Let it slip
  • Is he really coming home?
  • All I wanna do
  • I don't believe

Tracklist

  1. Let it slip
  2. Is he really coming home?
  3. Valentine
  4. I want you back
  5. Is it true?
  6. I love everything
  7. Can't understand
  8. The one who left me
  9. Hoping and praying
  10. Summer's here
  11. Shoulder
  12. All I wanna do
  13. I don't believe in love

Gesamtspielzeit: 37:30 min.

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