Soulfly - Omen

Soulfly- Omen

Roadrunner / Warner
VÖ: 21.05.2010

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Wo die wilden Kerle wohnen

Kaum zu glauben, dass der Mann nach all den Jahren immer noch so wütend ist. Max Cavalera hat mit Sepultura schon den Untergang der Welt herbeigeschrien, als der Schreiber dieser Zeilen gerade das Licht der selbigen erblickt hatte. Auch Soulfly sind jetzt schon seit ziemlich unheiligen 13 Jahren im Geschäft und haben den New Metal mit leichten Blessuren überlebt. Und so lassen Cavalera und seine wilden Kerle ihren Aggressionen und ihrer Zerstörungswut auf "Omen" freien Lauf, rasen brüllend durch den Thrash-Metal-Wald und kehren so zu ihren Wurzeln zurück.

Wo sich früher des öfteren Tribal-Drums und Weltmusikeinflüsse nach Vorbild von "Roots" tummelten und die hippen New-Metal-Kids des beginnenden Jahrtausends in Scharen jubilieren ließen, röhrt dem Hörer heute nahezu schnörkelloses Geschredder entgegen. Ohne Umschweife schmeißt sich Cavalera in die Schlacht von "Bloodbath & beyond", das sich in zweieinhalb Minuten erbarmungs-, aber auch recht einfallslos durch die Magengegend bohrt. Geschwindigkeit ist alles, die abgedämpften Gitarren hecheln dem Turbo-Schlagzeug hinterher, Cavalera schreit sich die Seele aus dem Leib. Kopf-durch-die-Wand-Brecher wie "Great depression" oder "Jeffrey Dahmer" machen trotz der immer gleichen Formel dank Spielfreude und Energie durchaus Spaß - soweit Songs über Krieg, Zerstörung und Massenmord denn überhaupt Spaß machen können.

Aber so richtig gut wird "Omen" immer dann, wenn die Band sich etwas drosselt und den Songs ein wenig Zeit zum Atmen gibt. "Rise of the fallen" ist einer dieser mächtigen Stampfer, die sofort im Ohr bleiben, auch wegen des leicht durchgeknallten Frickel-Gitarrenlicks und der melodiösen Coda. "Lethal injection" überzeugt mit freundlicher Unterstützung von Prongs Tommy Victor durch seine mechanischen Stakkato-Riffs, den fast schon bluesigen Rhythmus und das obligatorische Highspeed-Solo am Ende.

Und dann ist da noch "Mega-doom". Hinter diesem prägnanten und ungemein passenden Titel verbirgt sich ein Song, der alles Lügen straft, was da eben geschrieben stand. Halsbrecherisch schnell, mit blutgetränktem Gesang und wahnsinnigen Kreissägen-Gitarren fräst sich das Stück ab der Hälfte durch die Lautsprechermembranen wie Slayer zu ihren besten Zeiten und gibt "Omen" zum Schluss hin noch einmal einen ordentlichen Tritt in den Allerwertesten. Bleibt zu hoffen, dass Cavalera noch ein bisschen länger bei den wilden Kerlen bleibt und weiterhin genug zum Kaputtmachen findet.

(Maik Maerten)

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Highlights

  • Rise of the fallen
  • Lethal injection
  • Mega-doom

Tracklist

  1. Bloodbath & beyond
  2. Rise of the fallen
  3. Great depression
  4. Lethal injection
  5. Kingdom
  6. Jeffrey Dahmer
  7. Off with their heads
  8. Vulture culture
  9. Mega-doom
  10. Counter sabotage
  11. Soulfly VII

Gesamtspielzeit: 40:32 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
sfd
2012-03-19 17:55:46 Uhr
Scheiß
brny
2010-05-29 19:04:33 Uhr
Bloodbath & Beyond klingt ziemlich nach (alten) Pro-Pain

gutes album, rockt!!
Crusty, der Klown
2010-05-29 11:59:58 Uhr
Verstehe ich nicht. Was soll denn das heißen? Bist du noch ganz knusper?
toolshed
2010-05-29 05:02:37 Uhr
Liest sich tatsächlich blöd, ich weiß. ;) Meinte eigentlich nur, dass ich sie ein gutes Stück crustiger finde, als die Vorgänger.
Der etwas heftigere Crust-Einschlag auf "Omen"
2010-05-29 04:49:16 Uhr
Danke für das Kompliment!
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