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Audra Mae - The happiest lamb

Audra Mae- The happiest lamb

SideOneDummy / Cargo
VÖ: 11.06.2010

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 9/10

Blondes Gift

Zugegeben, für eine halbwegs objektive Rezension zu dieser Platte ist es jetzt ein bisschen zu spät. Audra Mae ist ein properes Mädchen mit Gitarre, blonder als Joanna Newsom und dabei nicht mal halb so unantastbar wie Heather Nova. Sie singt ihre Folksongs mit so charmanten Kulleraugen, dass sie gar keinen Ausschnitt mehr bis unter den Bauchnabel braucht, um einen ein bisschen abschweifen zu lassen. Versucht man, ihr zuzuhören, gerät man schon mal ins Tagträumen, versucht man, ihre Musik zu rezensieren, fleht sie einem in Gedanken mit diesen blauen Kulleraugen an. Also gut möglich, dass dieser ganze Quatsch bei den Damen im Rezensententeam gar nicht nötig gewesen wäre. Aber sagt hinterher bloß nicht, wir hätten Euch vorher nicht gewarnt.

Elf Songs, ein paar Gitarren, Kastagnetten, ein Akkordeon und diese Frau, die ihr Label als Singer/Songwriterin schubladisiert. Das ist nicht viel - in gewissen Momenten aber mehr als so manches Avantgarde-Indie-Spektakel, das hier sonst auf dem TFT-Bildschirm erscheint. Das muss man vorher wissen, denn bei einer Probefahrt hat man auf "The happiest lamb" den Höhepunkt der Platte schon recht früh hinter sich gelassen - und kann sich ganz auf diese blauen Kulleraugen konzentrieren. Natürlich: Ein Sahnestück wie "The river" gelingt Audra Mae später auf ihrem ganzen Album kaum mehr. Dort und gerade dort findet ihre Stimme, die sich nie so recht zwischen Bariton und Glockenton entscheiden kann, ihren Seelen-Verwandten in den zartesten Akustik-Pickings, seit es Akustik-Pickings gibt.

Davor und danach ist Audra Mae das, was die Großindustrie ihrer Laufkundschaft mit Mädchen wie Amy MacDonald als reife Songschreiberinnen verkauft. Im Titelsong, einer Uptempo-Nummer kurz vor Swing, möchte man mit Audra Mae einen Refrain lang durchtanzen. Kaum jemand covert "La isla bonita" so charmant wie sie - und packt das dann nicht mal auf diese Platte. Spätestens bei "Bandida" ist man sich sicher, dass man mit Audra Mae bestimmt prima über Gott, Welt und Musik quatschen könnte. Zu "Lightning in a bottle" könnte man mit ihr in einer Tonne die Niagara-Fälle runterfahren."Smoke" ist charmant. "Little sparrow" ist, äh, charmant. Und Ina, rezensierst Du die bitte beim nächsten Mal, ja?

(Sven Cadario)

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Highlights

  • The river
  • My lonely worry

Tracklist

  1. The happies lamb
  2. Millionaire
  3. The river
  4. Snakebite
  5. My lonely worry
  6. The fable
  7. Lightning in a bottle
  8. Sullivan's letter
  9. Bandida
  10. Smoke
  11. Little sparrow

Gesamtspielzeit: 43:17 min.

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