As I Lay Dying - The powerless rise

As I Lay Dying- The powerless rise

Metal Blade / Sony
VÖ: 07.05.2010

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Der Berg brüllt

Man kommt gar nicht umhin, As I Lay Dying einen gewissen Sinn für Selbstironie zu unterstellen. Anders ist ein Titel wie "The powerless rise" im Kontext dieser Band kaum zu verstehen. Einer Band, die im Laufe der vergangenen Jahre dank drei starker Alben, Billboard-Chart-Platzierungen, unzähliger Club- und Festivalauftritte sowie einer stetig wachsenden Fanschar aus dem Metalcore-Zirkus kaum wegzudenken ist. Das war bisher schon mehr als beachtlich. Aufstieg? Aber sowas von. Kraftlos? Mit Sicherheit nicht.

Erst recht nicht, wenn der neue Longplayer eingelegt, die Play-Taste gedrückt, der Lautstärkeregler im oberen Drittel justiert ist und einem Tim Lambesis nach einigen Sekunden "Bound to learn the hard way / This is the human condition" entgegenbrüllt. Da wird einem angst und bange. Lange nicht mehr einen so plattmachenden, brutalen und zerstörerischen Opener wie "Beyond our suffering" erlebt. Das geht als lupenreiner Deathcore durch, wenn man so will. Zusammen mit Songs wie "The plague" oder "Condemned" haben As I Lay Dying hier sicherlich einige ihrer bisher härtesten Stücke fabriziert. Hier eine Double Bass-Attacke, da ein Breakdown. Ein paar messerscharfe Riffs und diese brachiale Stimme, von der keiner weiß, von wo Lambesis sie aus seinem schmächtigen Körper hervorholt. Beinahe unheimlich. Doch auch die restlichen vier Jungs aus San Diego schonen sich nicht. So liefern sich Phil Sgrosso und Nick Hipa beispielsweise im knackigen Dreiminüter "Without conclusion" ein packendes Duell an den Saiten, während Drummer Jordan Mancino sich offensichtlich um den Verstand knüppelt.

Aber natürlich darf auch Josh Gilbert nicht fehlen, der neben seiner handwerklich einwandfreien Bassarbeit vor allem stimmlich für Abwechslung, Melodie und Kompatibilität sorgt. Die cleanen, energiegeladenen, treibenden und teilweise gar harmonisch wirkenden Refrains von "Anodyne sea", "Parallels", "Anger and apathy" oder auch "Vacancy" gehen teilweise richtig gut ins Ohr und sorgen wohlkalkuliert dafür, dass weiterhin neben der Metal-Matte auch der Emo-Scheitel bei der geselligen Schwingerei zum Einsatz kommt. Der Aufstieg ist vollendet. Abwarten, wie lange sich As I Lay Dying oben halten.

(Jochen Gedwien)

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Highlights

  • Anodyne sea
  • Parallels
  • Anger and apathy

Tracklist

  1. Beyond our suffering
  2. Anodyne sea
  3. Without conclusion
  4. Parallels
  5. The plague
  6. Anger and apathy
  7. Condemned
  8. Upside down kingdom
  9. Vacancy
  10. The only constant is change
  11. The blinding of false light

Gesamtspielzeit: 44:08 min.

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