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Pro-Pain - Absolute power

Pro-Pain- Absolute power

Rawhead / Soulfood
VÖ: 07.05.2010

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 5/10

Wo reaktionäre Kräfte walten

Alles dreht sich. Und das liegt nicht nur an der "Absolute power", mit der Pro-Pain uns mal wieder die Fresse polieren. Wenn es in der Musik etwas gibt, das noch reaktionärer als Bon Jovi oder Mittelalter-Metal ist, dann sind das manche Auswüchse des Hardcore, genauer: was die alten Recken des New York Hardcore so machen. Ebenso wie ihre Kollegen von Madball oder Biohazard werden Pro-Pain es nicht müde, in immer ähnlichen Songs die immer gleichen Kampfparolen vom Fließband zu lassen, die immer gleichen Beats zu knüppeln, Riffs zu schreddern und nebenbei morgens möglichst schlecht gelaunt aufzustehen. Aber auch das kann ja erfolgreich auf die Zwölf gehen.

Und hier? Die Doublebass prügelt sich gleich ab der ersten Sekunde von "Unrestrained" aus den bemitleidenswerten Membranen der Lautsprecher. Gary Meskil kotzt sich dazu über irgendetwas aus, das ihm offenbar gehörig auf den Sack geht, bis er mit der Konsens-Protest-Phrase "We're not gonna take this anymore!" dem Song ein wenig den Wind aus den Segeln nimmt. Nichtsdestotrotz: Der Kurs ist gesetzt, Pro-Pain kreisen weiter auf ihrem ganz eigenen, unendlichen Ozean der Aggressionen. Songtitel wie "Destroy the enemy" oder "Stand my ground" (und da sind wir noch lange nicht auf halber Strecke des Albums) halten, was sie versprechen.

In ihrer ganzen Simplizität verstehen Pro-Pain ihr Handwerk allerdings ganz vorzüglich. Der beste Track, das mit Metallicks und synkopierten Rhythmen durchsetzte "Road to nowhere" setzt dem Prinzip, ab und zu klare Melodien zu setzen, die Krone auf. Cleaner Hintergrundgesang und die bratenden Groove-Gitarren, vor denen Meskil sein gegrummeltes "We're on a road to nowhere" skandiert, verorten die Band schon fast ein paar Tausend Kilometer westlich in der kalifornischen Wüste.

Leider sind solche kleinen Schlenker die Ausnahme. Genauer: Acht von zehn Songs kommen nicht über das altbekannte und bis zum Erbrechen gehörte Hardcore-Schema hinaus. Hier ein kurzes Solo, da ein Break, das sind sie schon, die Variationen. Neben "Road to no nowhere" sprengt allein noch "Gone rogue (I apologize)" mit seinem fast schon sonnigen Mittelteil und einem ohrwurmigen High-Energy-Chor-Gesang die Ketten des Hartwurst-Panzers, bevor sich dann doch wieder alles dreht. Um sich selber und im Kopf des Hörers.

(Maik Maerten)

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Highlights

  • Road to nowhere
  • Gone rogue (I apologize)

Tracklist

  1. Unrestrained
  2. Destroy the enemy
  3. Stand my ground
  4. Road to nowhere
  5. Awol
  6. Hell on earth
  7. Divided we stand
  8. Gone rogue (I apologize)
  9. Rise of the antichrist
  10. Hate coalition

Gesamtspielzeit: 37:11 min.

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