Nevermore - The obsidian conspiracy

Nevermore- The obsidian conspiracy

Century Media / EMI
VÖ: 28.05.2010

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Some kind of monster

Gesundheitliche Probleme, Alkohol- und Drogenentziehungskuren, Soloalben der Hauptakteure - es soll ja Bands geben, die nach einem längeren Aufenthalt in derart turbulenten Nebenschauplätzen plötzlich intensivere Sitzungen mit Psychologen benötigen. Bei Nevermore hingegen, die ja bekanntermaßen schon zu Zeiten des Vorläufers Sanctuary jeglichen Trubel wie ein Magnet an sich zogen, wirkten bereits die erwähnten Soloalben von Frontmann Warrel Dane und Gitarrist Jeff Loomis wie ein reinigendes Gewitter. Motto: Jetzt kotzt sich jeder mal so richtig aus.

Ein Gewitter bricht auch über den Hörer gleich auf den ersten Sekunden des ersten Lebenszeichens nach fünf Jahren herein. Ein Riff, für das Dave Mustaine von Megadeth töten würde, unerbittlich donnernde Doublebass, darüber der beschwörende Gesang Warrel Danes, der wie kaum ein zweiter Pathos und Melodie mit Brutalität verbinden kann. Im Unterschied insbesondere zum vorletzten Album "Enemies of reality" werden solche Feinheiten jedoch nicht mehr niedergeknüppelt, sondern in einer faszinierenden Melange ausgearbeitet.

Dass sich dabei ein Refrain wie bei "And the maiden spoke" als ein klein wenig gewöhnlich entpuppen kann - geschenkt. Denn endlich haben Nevermore den Mut zu eingängigen Songs wie "Emptiness unobstructed" oder Balladen wie "The blue marble and the new soul". Letztere im übrigen ist höchst effizient auf dem Album platziert, damit die Gesangsleistung von Dane bei "Without morals" als das heraussticht, was sie ist: nämlich vor allem im Refrain mit das beste, was er außerhalb von "Praises to the war machine" bis dato abgeliefert hat.

Also doch Katharsis auf der einen und Rückbesinnung auf alte Stärken auf der anderen Seite. Denn ein Song wie der Titeltrack, der den Hörer verblüfft und fasziniert zugleich zurücklässt, hätte allenfalls auf der Göttergabe "Dead heart in a dead world" Platz finden können. Der Mut, auch einmal einen etwas zu griffigen Refrain zu produzieren, vielleicht die Arme etwas zu weit auszubreiten, gehört auf jeden Fall belohnt. Und wäre da nicht die Entscheidung, das sensationelle Doors-Cover "The crystal ship" nur auf die Limited Edition zu verbannen, "The obsidian conspiracy" hätte neben dem erwähnten "Dead heart in a dead world" einen Spitzenplatz in der Nevermore-Diskographie eingenommen.

(Markus Bellmann)

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Highlights

  • The termination proclamation
  • Emptiness unobstructed
  • Without morals
  • The obsidian conspiracy

Tracklist

  1. The termination proclamation
  2. Your poison throne
  3. Moonrise (Through mirrors of death)
  4. And the maiden spoke
  5. Emptiness unobstructed
  6. The blue marble and the new soul
  7. Without morals
  8. The day you built the wall
  9. She comes in colors
  10. The obsidian conspiracy

Gesamtspielzeit: 45:01 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Nowe75
2010-06-19 12:59:05 Uhr
Ich finde es grandios und 2 x besser als den Vorgänger. Hier passt meiner Meinung nach alles, Aufmachung und Musik, habe die limt. Box mit den beiden Bonustracks von The Tea Party und The Doors. An den Album scheiden sich die Geister, die "alten" Fans finden es nicht so innovativ, die neueren verehren das Album auf Grund seiner tollen Melodien. Ich würde auch behaupten es ist kommerzieller als der direkte Vorgänger. Für mich jedenfalls jetzt schon das Metal Album des Jahres!
Karsim
2010-06-19 12:01:52 Uhr
Das Album ist nicht schlecht, aber auch kein Aufreger im positiven Sinne, sondern grundsolide Metalkost mit hübscher Abwechslung.
pro Nowe75
2010-06-19 00:12:46 Uhr
was für Spacken hier, so ein geiles Album und so wenig Beachtung bzw. dämliche Kommentare.
Schade um die tolle Band und dieses geile Album.
Neytiri
2010-06-01 22:20:23 Uhr
"The Obsidian Conspiracy" stellt im Vergleich zu den unzähligen völlig überflüssigen Metalveröffentlichungen dieser Tage natürlich ein gutes Album dar, aber in der Bandhistory ist es das vielleicht schwächste und insofern eine Enttäuschung.
Kleiner Gag
2010-06-01 21:33:13 Uhr
Wäre wohl besser, wenn Uli Jon Roth hier moderieren würde, was?
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