The Black Keys - Brothers

The Black Keys- Brothers

V2 / Cooperative / Universal
VÖ: 21.05.2010

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Interessenskonflikt

"This is an album by The Black Keys. The name of this album is Brothers." Nein, das ist nicht der Begleittext zum sechsten Studioalbum der Black Keys aus Ohio. Es ist auch kein brummelig vorgetragenes Intro. Und es ist sicher auch keine Lüge. Diese beiden Sätze, so wie sie am Anfang dieser Rezension stehen, befinden sich, nein, sie bilden vielmehr das Cover zum neuen Album. Mehr nicht. Aber auch nicht weniger. Und das ist gut so. Denn derart reduziert und bedacht ist auch das Album selbst, zumindest im Vergleich zu früheren Werken. Und doch wieder nicht. Denn obwohl "Brothers" deutlich ruhigere und gar poppigere Züge aufweist, ist es für Dan Auerbach und Patrick Carney dennoch ein Schritt zurück. Zurück zu ihren Wurzeln, back to the roots, und die liegen, das beweist auch ihr neues Werk, ganz eindeutig im Blues.

Sei es das schwermütige "I'm not the one" oder der stampfende Opener "Everlasting light" - Auerbach und Carney schrauben die Regler, an denen ein Album zuvor noch fleißig Danger Mouse drehte, weiter eifrig zurück. Ein Schritt nach hinten, der auch ebendort hingehen könnte, gerade weil "Attack & release" dafür sorgte, dass The Black Keys auch außerhalb der Fangemeinde bekannt und beliebt wurden. Und weil man sich das so wohl auch im Muscle Shoals Sound Studio in Alabama dachte, wo "Brothers" entstand, gehen Auerbach und Carney eben doch - zumindest teilweise - auf Nummer sicher. So ist "Tighten up", der einzige Song, den Herr Mouse produziert hat, bestimmt nicht zufällig als erste Single auserwählt worden. Ein Schelm aber, wer Arges dabei denkt - mit seinem schnellen Groove geht gerade dieser Song geradewegs in die Beine und schleicht sich heimlich, still und leise in die Gehörgänge ein.

Damit tun sich, das muss man zugegeben, einige andere Songs des Albums etwas schwerer. "Sinister kid" erinnert zwar noch an vergangene Glanztaten, die gut und gerne Platz fanden auf dem 2003er Album "Thickfreakness", was allerdings das seicht geratene Jerry-Butler-Cover "Never gonna give you up" so kurz vor Schluss noch in der Tracklist zu suchen hat, erschließt sich auch nicht nach dem zehnten Hördurchgang. Das hätte sich "Brothers" angesichts der feinen Bluesrock-Ballade "These days" wahrlich sparen können, zumal die Black-Keys-Version von 2002/2003 auch das kaum nötig hat. Aber die Zeiten ändern sich, so viel ist klar. Und so ist "Brothers" ein durchschnittliches Album einer einst überdurchschnittlichen Band geworden. Ob das nun daran liegt (oder nicht), dass Danger Mouse nicht mehr die Fäden im Hintergrund zieht, ist sicher ein Diskussionsthema - für all diejenigen, die das nach "Brothers" noch wirklich interessiert.

(Jennifer Depner)

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Highlights

  • Tighten up
  • The only one
  • Sinister kid
  • These days

Tracklist

  1. Everlasting light
  2. Next girl
  3. Tighten up
  4. Howlin' for you
  5. She's long gone
  6. Black mud
  7. The only one
  8. Too afraid to love you
  9. Ten cent pistol
  10. Sinister kid
  11. The Go getter
  12. I'm not the one
  13. Unknown brother
  14. Never gonna give you up
  15. These days

Gesamtspielzeit: 55:37 min.

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