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Xavier Rudd & Izintaba - Koonyum sun

Xavier Rudd & Izintaba- Koonyum sun

Anti / Indigo
VÖ: 16.04.2010

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Grüner wird's nicht

Xavier Rudd hätte wieder viel zu retten in diesen schweren Tagen. Aber wo war der Australier zum Beispiel, als uns der isländische Vulkan mit dem seltsamen Namen den Flugverkehr verhagelte? Wo, als die Schuldenlast über den griechischen Köpfen zusammengefallen ist? Zugegeben, auch Ecoman Rudd kann nicht an allen Orten gleichzeitig sein. Er ist ja nicht Supa Richie. Und es gibt ja auch wirklich genug vor der eigenen Haustüre Down Under zu kehren. Mit einer globalen Weit- und Weltsicht versteht sich. So macht gleich der Opener "Sky to ground" klar, worum es Rudd immer noch geht. Beziehungsweise wogegen: Kinderarmut, Umweltverschmutzung, Hungersnöte, Rassismus, fehlende Gleichberechtigung und das ganze andere Gedöns. Diesmal kämpft Rudd nicht alleine und hat sich den Bassisten Tio Moloantoa und den Perkussionisten Andile Nqubezelo als Izintaba mit ins Boot geholt.

Im Gegensatz zum vorherigen Album "Dark shades of blue" ist "Koonyum sun" wieder ein Schritt zurück zu den Platten "White moth" und "Food in the belly" geworden. Anstatt einer Weiterentwicklung, wie sie "Dark shades of blue" war, ist erneut weltmusikalischer Betroffenheitsreggae angesagt, der in seiner gutmenschendeln Direktheit manchmal einfach unerträglich ist. Aber Peter Gabriel wohl gefallen könnte. Lieder wie "Sky to ground" oder "Woman dreaming" sind hippieske Weltmusik, die sich nicht an Bäumen reibt, sondern sie umarmt und mit Ihnen Tee trinkt. Kräutertee, versteht sich. Eigenhändig angepflanzt, geerntet und fermentiert. Ein Großteil der Songs auf Rudds sechstem Studioalbum sind solche anstrengenden musikalischen Moralkeulen, die diesmal etwas mehr afrikanische Wurzeln offenlegen. Der Mann befindet sich auf einer Mission, die Welt mit seiner Musik zu heilen. Aber mit dieser Portion Überehrgeiz wird das jedenfalls nichts.

Die schönen Seiten von "Koonyum sun" entfalten sich immer dann, wenn sich das Album in einer leichtfüßigen, fast ballastlosen Verspielheit verliert. "Fresh green freedom" und "Time to smile" verlesen zwar immer noch die gleiche Predigt, sind dabei aber ungemein sonnig und frei, so dass man Rudds Penetranz gern für einen kurzen Augenblick übersieht. "Time to smile" bringt es auf den Punkt: "Summer is comin' / It's time to smile." Die besten Wahrheiten können manchmal so einfach sein. Und im Grunde hat der Australier ja auch vollkommen recht, wenn die Erkenntnis von "Koonyum sun" auf den einen Satz "We must all stand together" aus dem Song "Badimo" hinaus läuft. Rudd sollte sich aber überlegen, seine nach oben offene Betroffenheitsskala auf einem erträglichen Niveau zu deckeln. Dann klappts auch mit der Nachhaltigkeit. Musikalisch und ökologisch.

(Kai Wehmeier)

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Highlights

  • Fresh green freedom
  • Time to smile

Tracklist

  1. Sky to ground
  2. Set me free
  3. Fresh green freedom
  4. Reasons we were blessed
  5. Love comes & goes
  6. Soften the blow
  7. Koonyum sun
  8. Time to smile
  9. Woman dreaming
  10. Breeze
  11. Yandi
  12. Bleed
  13. Badimo

Gesamtspielzeit: 53:33 min.

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