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Danko Jones - Below the belt

Danko Jones- Below the belt

Bad Taste / Soulfood
VÖ: 14.05.2010

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Löwenzahm

Hat da jemand sein Selbstbewusstsein wieder gefunden? Nachdem sich Danko Jones auf "Never too loud" für seine Verhältnisse annähernd zurückhielt, kommuniziert schon das Cover vom Nachfolger "Below the belt" ein auferstandenes Selbstwertgefühl. Jones sitzt zwischen einem Löwen und einer halbnackten Dame. Sexueller Jadginstinkt und masochistisches Liebesleid - nach dem Zaudern der letzten Platte markiert Jones schon optisch mit seiner alpha-männlichen Rockpose sein Revier. Der Schein trügt trotzdem: Das Raubtier wurde am Computer hinzueditiert, die Dame erscheint trotz Push-Up-BH seltsam unerotisch, und auch das coole Starren des Protagonisten wirkt leidlich angestrengt. Ist das jetzt noch selbstironisches Klischeewenden oder schon die billige Wiederholung etablierter Klischees?

Wohl beides, denn natürlich hat sich im musikalischen Kosmos des Kanadiers wenig getan: Noch immer stilisiert sich Jones zum heißblütigsten Macho unter der Sonne, der den Frauen gleichermaßen überlegen und verfallen ist. Dazu gibt es den druckvollen, simplen Powerrock, mit dem sich Ansagen wie "Screw your girl in the back of my Cadillac" aus dem kraftvollen Opener "I think bad thoughts" passend unterfüttern lassen. "Tonight is fine" ist musikalisch ganz klassische AC/DC-Schule, "Active volcanoes" und "Like dynamite" scheitern an ihrer cheesy Präsentation, während "Magic snake" seine billige Zote musikalisch launig in Szene setzt. "Apology accepted" hingegen präsentiert alle Stärken des Trios, es stürmt nach vorn und hält eine starke Gesangsleistung bereit.

Schlau wird man aus "Below the belt" nicht so leicht: Das Album bemüht sich um einen möglichst kompromisslosen Rocksound, kann aber die altersweise Mäßigung von Danko Jones nicht verleugnen, die aus einigen arg gefälligen Refrains spricht. Da sollen die ausgesprochen testosterongefluteten Texte wohl etwas kaschieren. Der ur-rock-'n'-rollige Poserstil wirkt weiterhin ziemlich kurzweilig und unterhaltsam, aber auch zunehmend ausgereizt. Da bleibt eine Frage, die Jones sich als Nachgeborener gefallen lassen muss: Was hat er im Rahmen seines Rock'n'Roll-Konzepts eigentlich noch zu erzählen, das AC/DC und Motörhead nicht schon perfektioniert haben?

(Dennis Drögemüller)

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Highlights

  • Had enough
  • Apology accepted
  • I wanna break up with you

Tracklist

  1. I think bad thoughts
  2. Active volcanoes
  3. Tonight is fine
  4. Magic snake
  5. Had enough
  6. (I can't handle) Moderation
  7. Full of regret
  8. The sore loser
  9. Like dynamite
  10. Apology accepted
  11. I wanna break up with you

Gesamtspielzeit: 40:11 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Arno Nym
2010-04-11 22:28:52 Uhr
Auf "Never Too Loud" stand zwar "Danko Jones" drauf, es war aber nicht drin. Klarer Fall von Kundentäuschung.

"Full of Regret" ist jetzt auch keine Offenbarung. Der Titel des neuen Albums geht aber zumindest wieder in die richtige Richtung.
embele
2010-04-11 20:10:14 Uhr
Ich denke, man ist sich hier einig, daß 'Never too loud' nicht der totale Kracher war, aber schlecht war es auch nicht, es hat durchaus Qualitäten.
Das, was ich bisher von 'Below the belt' gehört habe ist schonmal sehr vielversprechend. Man kann regelmäßig kleine Snippets mit Kommentaren von Mr. Jones himself hören, und das läßt schonmal gutes erahnen...
petrus meweiser
2010-03-16 16:32:48 Uhr
"sleep is the enemy" war nur okay, aber die letzte wirklich furchtbar.

hoffentlich rappelt sich der gute danko jetzt wieder. er kann es doch!
We sweat blood!
2010-03-16 13:20:46 Uhr
Top Song! Das letzte Album war imo das bisher schwächste von Danko wobei das auch weit davon entfernt war schlecht zu sein.
vomsk
2010-03-16 07:44:25 Uhr
Naja, zumindest Richtung "back to the roots". Auf jeden Fall nicht so grauenhaft schlecht produziert wie das letzte Album...
Die "Sleep is the enemy" fand ich übrigens durchaus gelungen.
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