Avi Buffalo - Avi Buffalo

Avi Buffalo- Avi Buffalo

Sub Pop / Cargo
VÖ: 30.04.2010

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Wie niedlich

Kinners! Mal ehrlich, seid ihr nicht ein büschen jung, um hier am helllichten Tag duhn in der Gegend rumzutorkeln? Und dann auch noch halb nackt! Aber was soll man machen? So ist das halt mit den jungen Leuten heutzutage: Immer haben sie ein Bier in der Hand, eine Gitarre geschultert, nichts als Sex im Kopf und in der Schreibtischschublade einen Plattenvertrag. Dass letzteres zwar nicht immer - wer mag, googlet mal "Tiny Masters Of Today" - aber doch häufig eine Bereicherung ist, beweisen nach den Arctic Monkeys und Kate Nash jetzt Avi Buffalo, die zur Abwechslung mal kein britischer Hype sind, sondern ihre paar bisherigen Lebensjahre unter der Sonne Kaliforniens in Long Beach verbracht haben.

Bei den vier Jungs und Mädels steht größtenteils noch nicht mal eine "Zwei" vorne bei der Altersangabe. Wer hier aber zehn ungestüme Neo-Grunge-Songs von einer Band erwartet, die noch in die Windeln gemacht hat, als Kurt Cobain den Freitod wählte, liegt ziemlich daneben. Avi Buffalos Debütalbum hört sich eher an, als hätte jemand die Pixies mit ganz viel Weichzeichner bearbeitet und ins Munchkinland geschickt - oberflächlich zumindest. Beim zweiten Hinhören offenbart sich allerdings, dass Avigdor Zahner-Isenberg und seine Bandkollegen ein sehr feines Händchen für klimpernde Gitarrenmelodien und komplexe Arrangements haben. Da zieht sich "What's in it for?" schon mal über die Fünf-Minuten-Marke, um das lässig-sonnige Zusammenspiel von Saiten und Stimmbändern bis zum Ende auszureizen und zwischendurch immer ein paar neue Spielereien einzuwerfen. Hier ein paar Keyboards, da eine zweite Stimme und ein Solo, das dennoch kaum auffällt, weil es sich nahtlos in die gefühlten zwölf Gitarrenspuren einfügt.

Würden Avi Buffalo ihre Verstärker mal so richtig aufdrehen, dann klängen sie wahrscheinlich wie Dinosaur Jr. mit Falsettgesang. Das tun sie aber nicht, sondern kümmern sich um die Ausarbeitung ihrer Ideen und um die Frage, wie sie schmutzige Liebeslieder daraus machen können. "I've waited for your love / I got lost in your summer cum", beginnt Zahner-Isenberg in der ansonsten romantisch-nervösen Ballade "Summer cum" seinen Vortrag. Das im Mittelteil endgültig ausufernde "Remember last time" packt dann nach der eher rhetorischen Frage "Why don't we just go and ruin everything?" den Vorschlaghammer in Gestalt einer heulenden, dreiminütigen Gitarrenorgie aus. Anschließend kehrt wieder Ruhe ein, die vier jungen Musiker fassen sich noch mal in den Schritt, greifen nach der Flasche mit dem Biermixgetränk und erzählen sich unflätige Witze. Sie sind ja noch jung, da ist so was noch erlaubt.

(Maik Maerten)

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Highlights

  • What's in it for?
  • One last
  • Remember last time

Tracklist

  1. Truth sets in
  2. What's in it for?
  3. Coaxed
  4. Five little sluts
  5. Jessica
  6. Summer cum
  7. One last
  8. Can't I know?
  9. Remember last time
  10. Where's your dirty mind

Gesamtspielzeit: 44:57 min.

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