Sick Of It All - Based on a true story

Sick Of It All- Based on a true story

Century Media / EMI
VÖ: 16.04.2010

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

G'schicht im Schacht

"New York Hardcore!" So kläffen die Herren im Hintergrund, während sich Frontmann Lou Koller weiter vorne alleine die Seele aus dem Leib brüllt. Streng genommen dürfte weder das eine noch das andere wirklich vonnöten sein. Dass Sick Of It All seit nunmehr sage und schreibe 24 (in Worten: vierundzwanzig) Jahren einem nach ihrer Heimatstadt benannten und von ihnen maßgeblich beeinflussten Genre frönen und hierbei durchaus erfolgreich sind, sollte im Laufe der Jahr(zehnt)e jeder halbwegs interessierte Musikfreund mitbekommen haben.

Da die Herren aus Queens bisher jedoch weder als Chartsstürmer noch als Megaseller bekannt waren, fällt die uramerikanische Story mit den Tellerwäschern und den Millionären schon einmal weg. Auf welcher Geschichte basiert denn nun aber das neunte Studioalbum von Sick Of It All? So richtig schlau wird der Hörer diesbezüglich auch nach mehreren Durchläufen nicht. Stärken, Schwächen, Gesellschaft, Freundschaft, Politik, Wahrheit, Lüge, Wut, Beziehung, Kritik und so weiter und so fort. Inhaltlich bleibt bei den Koller-Brüdern alles beim Alten. Lieber mal den Finger in die Wunden der Gesellschaft legen, anstatt ihn nur mahnend zu erheben. Man kennt das ja und will auch eigentlich gar nichts anderes von den Jungs. Ob es alleine dafür allerdings eines neuen Machwerkes bedurft hätte, ist fraglich.

Geht man das Ganze von der musikalischen Seite an, muss jedoch Abbitte geleistet werden. Was Sick Of It All über weite Phasen der vierzehn neuen Tracks abliefern, braucht sich nicht zu verstecken - nun gut, als ob Sick Of It All das jemals getan hätten. Sei es eine plättende Dampfwalze wie "Death or jail", ein stampfender Kopfnicker wie "Dominated" oder eine Ichhauealleskurzundklein-Nummer wie "Bent outta shape": Das Quartett reißt sich dermaßen den Allerwertesten auf, dass niemand auch nur auf die Idee käme, Koller & Co. den Ruhestand nahezulegen. In Sachen Hardcore der alten Schule zeigen die Mittvierziger den Jungspund-Kapellen der Neuzeit, wo der Hammer hängt. Dass sie dabei im Vergleich zu den Vorgängerwerken noch ein paar Schippen Härte und Metal nachgelegt haben, dürfte auch der abermaligen Produktion von Tue Madsen (u.a. Heaven Shall Burn, The Haunted, Dark Tranquillity) geschuldet sein. Egal, ob "Watch it burn" oder "Nobody rules" – wer Wucht und Durchschlagskraft sucht, wird hier fündig. Und bekommt obendrein noch mit "Waiting for the day", "Long as she's standing" oder "Dirty money" ein paar biergetränkte, mitgrölkompatible NYHC-Hymnen. Und spätestens zu dem Zeitpunkt interessiert sich niemand mehr für irgendeine Geschichte.

(Jochen Gedwien)

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Highlights

  • Death or jail
  • Lifeline
  • Long as she's standing

Tracklist

  1. Death or jail
  2. The divide
  3. Dominated
  4. A month of Sundays
  5. Braveheart
  6. Bent outta shape
  7. Lowest common denominator
  8. Good cop
  9. Lifeline
  10. Watch it burn
  11. Waiting for the day
  12. Long as she's standing
  13. Nobody rules
  14. Dirty money

Gesamtspielzeit: 33:31 min.

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