Dashboard Confessional - Alter the ending

Dashboard Confessional- Alter the ending

Vagrant / DGC / Interscope / Universal
VÖ: 02.04.2010

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 5/10

Dreinasenbären

Aktuell leben rund sieben Milliarden Menschen auf dieser Erde. Jeder Einzelne trägt dabei seine Bürden, hat Ängste, Sorgen und erlebt ab und an einschneidende Geschehnisse, die den Rest des Lebens in neue Bahnen lenken. Hunger und Durst, Geld oder Liebe, Freundschaft und Hass, Tod und Geburt. Oder aber auch: Sonnenbrand. Zumindest empfindet Chris Carrabba diesen Umstand als erwähnenswert und referiert im staatstragend betitelten "Everybody learns from disaster" über die unschönen Seiten des Lebens auf der - Entschuldigung - Sonnenseite des Lebens.

Dashboard Confessionals sechstes Album ist ein quisquiliales Potpourri der Nichtigkeiten. "Alter the ending" funktioniert vielmehr wie eine Ausgabe von "MTV Cribs": ein Blick hinter die Kulissen, in das Leben des Sunnyboy-Rockstars Chris Carrabba - absoluter Bandleader qua Charisma. Thematisch bewegt sich das Album zwischen belangloser Empfindlichkeitslyrik, die sich in lauwarmen Halbballaden wie "Belle of the boulevard" manifestiert, und handfesten Rocknummern, die zwar in etwa so innovativ sind wie Blumen am Valentinstag, aber ebenso gut funktionieren. Wenn Carrabba in "Even now" mit seiner butterweichen Tränenzieherstimme "I can smell your clothes / Freshly from the wash / Still hot from the dryer" intoniert, meint man den Werbejingle eines Waschmittelherstellers zu hören. Ein passendes Bild: Dashboard Confessional, eine Band, die mittlerweile hausfrauenkompatiblen Softrock spielt, der dafür sorgt, dass sich die Karohemden von ganz alleine bügeln.

Was Dashboard Confessional hoch anzurechnen ist: Nach ihrem Ausflug in biederste Seichtgebiete, in Form einer Kollaboration mit den deutschen Kollegstufenlyrikern Juli, gibt es auf "Alter the ending" größtenteils respektabel rasante Nummern, die bei aller Uniformität doch auch irgendwie Lust auf die wärmeren Tage des Jahres bereiten. Der Opener "Get me right" gefällt in seinem zügigen Tempo und den lässig eingestreuten Echos, während "Blame it on the changes" weit ausholt, einen der raumgreifendsten Melodiebögen des Jahres ausspannt und sich somit als Titelsong für "Dreinasenbären" - oder wie Grinsemeier Til Schweiger seinen nächsten verzichtbaren Streich auch nennen wird - anbieten würde. Dann wären Dashboard Confessional endgültig in der hiesigen Poplandschaft angekommen und könnten die breite Masse mit ihren sonnenbrandinfizierten Rockpopschlagern von den wirklichen Problemen ablenken. Und jetzt bitte eincremen!

(Kevin Holtmann)

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Highlights

  • Blame it on the changes
  • Even now

Tracklist

  1. Get me right
  2. Until morning
  3. Everybody learns from disaster
  4. Belle of the boulevard
  5. I know about you
  6. Alter the ending
  7. Blame it on the changes
  8. Even now
  9. The motions
  10. No news is bad news
  11. Water and bridges
  12. Hell on the throat

Gesamtspielzeit: 42:41 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
solea
2011-01-21 01:42:34 Uhr
Vorband von Bon Jovi, hihi.
Tama
2009-12-01 12:19:56 Uhr
Wenn ich das jetzt sage, heisst es ja nicht, dass mir das nicht schon lange aufgefallen ist.

2009-12-01 12:17:41 Uhr
Irgendwie ist die Luft bei DC raus.

das fällt dir circa 5 jahre zu spät auf.
me
2009-12-01 09:50:48 Uhr
die akkustikversion des albums ist noch ganz nett
Lolenz
2009-11-30 09:57:40 Uhr
Die ersten Sachen haben mir früher doch noch gefallen, aber mittlerweile ist das ganze echt zu anstrengend.
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