The Bravery - Stir the blood

The Bravery- Stir the blood

Island / Universal
VÖ: 26.02.2010

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Der ohne den Wolf tanzt

Ausgerechnet: Da nehmen The Bravery ein neues Album auf, und Sänger Sam Endicott verlustiert sich währenddessen mit Co-Produzent John Hill an Shakiras "She wolf". Drei Songs von dort stammen aus gemeinsamer Feder, darunter auch der titelspendende Ohrwurm mit dem nervtötenden Wolfsgeheul. Da konnte es einem für "Stir the blood" angst und bange werden. Gnädigerweise macht Endicott keinen auf Kevin Costner und lässt den Wolf in der Prärie. Denn: The Bravery sind nicht die Band, die sich durch Neuerfindung definiert. Weiterentwicklung vollzieht sich höchstens in kleinen Nuancen, ohne großen Umbruch.

"Stir the blood" kann gut und gerne als Mixtur der beiden Vorgängeralben "The Bravery" und "The sun and the moon" gesehen werden - mit starker Tendenz zu den synthetischen Indierocksongs des Erstlings. Endicott glaubt dabei, dass The Bravery als Band düsterer und brutaler geworden sind. Im drogenbasierten Wutausbruch gegenüber einer Kürbisvisage in "Jack-O'-Lantern man" heißt es: "When I piss in your hollow eyes / I wanna drawn you like a kitten in the sink / I wanna see you bleed amethyst." In dem rotzigen "Hatef--k" setzt sich der violente Part fort: "If I put my hands around your wrists / Would you fight them? / [...] I will show no mercy for you." Böse, böse.

Was den düsteren Teil angeht, haben sich The Bravery ihrer Anfangsjahre besonnen. Die Öffnung gegenüber dem Sound von Depeche Mode wird etwa in "Red hands and white knuckles" hörbar und lässt sich nicht zuletzt durch die gemeinsame Tour erklären. Endicott singt jetzt noch ferner und verzerrter, vergisst dabei aber nie, den Bogen hinüber zu zackigen Tanznummern zu spannen, was The Bravery ähnlich gut gelingt wie den Kollegen von White Lies. Dennoch - oder vielleicht gerade deswegen - wird "Stir the blood" wieder merklich wenig Beachtung erhalten. Überraschende Momente wie die Ballade "She's so bendable" fallen beim oberflächlichen Durchhören kaum auf und damit hinten über. Leider. Wieder abgeliefert, wieder ordentlich, wieder juckt es keinen. Ein publikumswirksames "feat. Shakira" in der Tracklist ersparen sie uns dennoch. So düster und so brutal sie auch geworden sein mögen, derart fies zu sich selbst werden sie dann doch nicht.

(Stephan Müller)

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Highlights

  • Hatef--k
  • She's so bendable
  • Jack-O'-Lantern man

Tracklist

  1. Adored
  2. Song for Jacob
  3. Slow poison
  4. Hatef--k
  5. I am your skin
  6. She's so bendable
  7. The spectator
  8. I have seen the future
  9. Red hands and white knuckles
  10. Jack-O'-Lantern man
  11. Sugar pill

Gesamtspielzeit: 35:41 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
gekonnt
2010-03-11 13:38:25 Uhr
-BITTE LESEN-

Liebe Redaktion:

Ich kenne Omar Rodriguez-Lopez nicht, aber ich kenne die tapferen und sah sie auch schon öfter in Eurer Vorschau der geplanten Alben.

Sind die verwandt mit Omar oder wieso wird da nix rezensiert?!?

Vielen Dank!
Magge
2010-01-27 19:27:32 Uhr
läuft bei mir jetzt schon die ganze woche,scheint wirklich ein bisschen untergegangen zu sein.gutes album,mit 35min aber ein wenig zu kurz geraden.
musie
2009-12-16 10:43:37 Uhr
ich finds eigentlich auch erstaunlich gelungen, ein bisschen unnötig, aber trotzdem ganz gut. werde die mir bestimmt an den festivals anhören, wo sie hoffentlich unterwegs sind. eine klassische southside 12 uhr band...
billy-blaze
2009-12-14 15:51:09 Uhr
Ich find's nett, denke aber, dass es (mal wieder) nicht viele Anhänger finden wird. Es ist keine musikalische Offenbarung, aber wer erwartet das schon von dieser Band. Kurzweilig ist es allemal.

Soundtechnisch würde ich es irgendwo zwischen den letzten Alben der Horrors und der Editors mit ein wenig mehr Pop-Einschlag ansiedeln.
musie
2009-11-25 08:22:04 Uhr
Taugt das neue Album was? Es ist ja schon da... Die Single find ich ein bisschen gar Editors/DM-lastig.
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