Airbourne - No guts. No glory.

Airbourne- No guts. No glory.

Roadrunner / Warner
VÖ: 05.03.2010

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Gleich.Strom.

Eines haben Airbourne allemal schon geschafft: Im Gegensatz zu diversen anderen Bands, die glaubten, die übergroßen Fußstapfen einer gewissen schottisch-australischen Rockband ausfüllen zu können, haben die Burschen aus der Kleinstadt mit dem wunderschönen Namen Warnambool ihr Debütalbum überstanden. Was man eben von The Poor oder New American Shame nicht behaupten konnte. Und überstanden ist hier sogar tiefgestapelt: Durch schweißtreibende Touren haben sich die Herren vielmehr einen grandiosen Ruf erspielt.

Und ja, natürlich klingt die Truppe um die Brüder O'Keefe wie jene um die Brüder Young. Aber sowas von. Nur ist das auch sowas von schnuppe, wenn der Hörer zu seiner großen Freude feststellt, dass "No guts. No glory." frühzeitig alle Erwartungen erfüllt. Kurzes Intro, dann ab dafür. Vier Viertel für ein Halleluja sozusagen, Strophe, Refrain, Strophe, Refrain, Solo, fertig. Musik kann tatsächlich so einfach wie bei "Born to kill" sein.

Im Gegensatz zum ungestüm-unbekümmerten "Runnin' wild" fällt außerdem auf, dass Airbourne mittlerweile auch Midtempo können - und zwar vom Feinsten. Statt völlig ausflippend durch Kneipe oder Konzerthalle zu toben, darf es bei "Bottom of the well" oder "White line fever" halt auch mal die gereckte Faust im breitbeinigen Stand sein. Und keine Sorge, liebe Geschwindigkeitsfanatiker: "It ain't over till it's over" lotet direkt im Anschluss noch einmal aus, wie schnell erwähnte vier Viertel eigentlich sein können. Jedenfalls dürfte nicht nur der menschliche Drumcomputer Phil Rudd gespannt sein, ob Schlagzeuger Ryan O'Keefe das auch live durchstehen kann.

Gleiches gilt für die definitive "Let there be rock"-Hommage "Back on the bottle". Gut nur, dass Joel O'Keefe bei seinen Bühnenexzessen keine Schuluniform trägt. Das wäre dann wahrlich des Guten zuviel. Dennoch oder gerade deswegen bleibt "No guts. No glory." die Platte, die AC/DC nach "Back in black" hätten machen können und wirkt in vielerlei Hinsicht wie der große Bruder von "Runnin' wild": ein wenig routinierter und nicht so hibbelig wie der kleine Schreihals. Durch die besser in Bahnen gelenkte Energie sieht sich der Hörer allerdings stärker als zuvor einem Kraftpaket gegenüber, das ständig unter Strom steht. Mal Gleichstrom, mal Wechselstrom.

(Markus Bellmann)

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Highlights

  • Born to kill
  • Get busy livin'
  • Back on the bottle

Tracklist

  1. Born to kill
  2. No way but the hard way
  3. Blond, bad and beautiful
  4. Raise the flag
  5. Bottom of the well
  6. White line fever
  7. It ain't over till it's over
  8. Steel town
  9. Chewin' the fat
  10. Get busy livin'
  11. Armed and dangerous
  12. Overdrive
  13. Back on the bottle

Gesamtspielzeit: 47:01 min.

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