The Postmarks - Memoirs at the end of the world

The Postmarks- Memoirs at the end of the world

Rykodisc / Warner
VÖ: 19.02.2010

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Das gewisse Etwas

Entweder man hat es - oder eben nicht. So einfach ist das. Zumindest meistens. Bei einer Band, die es durchaus schaffen könnte, den hohen Ansprüchen eines ambitionieren Pop-Liebhabers gerecht zu werden, sofern man sie denn nun kennen würde, ist diese Frage gemeinhin leicht beantwortet. Knifflig wird es bei einem Mysterium wie The Postmarks aus Florida. Die sind so eine Band, an der man leicht Gefallen finden kann. Leider sind sie aber vor allem eine Band, von denen kaum ein Schwein gehört hat. 2007 erschien ist selbstbetiteltes Debüt, im Jahr darauf der Zweitling "By the numbers"; beide Alben kamen gut weg bei den Kritikern, bei den meisten Hörern kamen sie leider nicht mal im CD-Player an. 2010 folgt nun "Memoirs at the end of the world", und hier holen Sängerin Tim Yehezkely - ja, es ist tatsächlich eine Frau - und ihre Jungs zum Schlag mit der vollen Breitseite raus.

Wirkt allein der Name des Album wie ein Filmtitel der frühen 60er Jahre, genügt schon ein Blick auf das Cover, um die Kernidee der Band zu erkennen. Mit kleinen instrumentalen Akzenten werden hier große Melodien geschaffen, Popsongs, deren Grundlage die epischen Kompositionen von Ennio Morricone oder Henry Mancini ist, große Nummern, aber keinesfalls großspurig. Pompös geht es schon direkt los mit dem Opener "No one said this would be easy", und wer aufgrund des Titels und der textlichen Nähe zu einem Coldplay-Song eine melancholische Kuschelnummer erwartet, sei gewarnt: Stürmisch geht es hier zu, fast schon verwegen, und nicht immer wird deutlich, ob Yehezkely hier mit oder gegen die Streicher singt - in jedem Fall macht sie ihre Sache gut.

"Don't know till you try" setzt da einen Funken mehr auf Verruchtheit und erinnert an einen Agententhriller der 70er Jahre, in dem auch die kleinen elektronischen Feinheiten besonders beachtet werden sollten. Ebenso "For better...or worse?", das auch auf Schnelligkeit setzt, mit hektischen Streichern, während "I'm in deep" sich fast gänzlich auf den Gesang konzentriert. Da wird die Instrumentalisierung auf das Nötigste reduziert, nur um den Hörer in andere, wenngleich eher vertonte filmische als musikalische Welten zu entführen. "Go jetsetter" kommt in seinem durchweg poppigen Gewand fast schon gewöhnlich daher, überzeugt aber dennoch und setzt an den richtigen Stellen Bläser ein, sodass sie wohl nur dem aufmerksamen Hörer auffallen werden. The Postmarks haben mit "Memoirs at the end of the world" ein Album hingelegt, bei dem es sich lohnt, genauer hinzuhören - und wenn es wieder nur die Minderheit interessiert, haben zumindest die das gewisse Etwas entdeckt - so wie die Band selbst.

(Jennifer Depner)

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Highlights

  • Thorn in your side
  • Don't know till you try
  • For better...or worse?
  • Gone

Tracklist

  1. No one said this would be easy
  2. My lucky charm
  3. Thorn in your side
  4. Don't know till you try
  5. All you ever wanted
  6. Run away love
  7. For better...or worse?
  8. I'm in deep
  9. Thorn in your side (Reprise)
  10. Go jetsetter
  11. Theme from "Memoirs"
  12. The girl from Algenib
  13. Gone

Gesamtspielzeit: 45:37 min.