Retribution Gospel Choir - 2

Retribution Gospel Choir- 2

Sub Pop / Cargo
VÖ: 29.01.2010

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Brokeback Mountain

Das ging fixer als erwartet: Eigentlich war der Retribution Gospel Choir nur ein Zeitvertreib für Low, und jetzt hauen sie doch gerade einmal knapp zwei Jahre nach dem Debüt schon das zweite Album raus. Da blieb wenig Zeit für ausgefallene Plattentitel. Schlicht "2" heißt das Teil also, und gibt sich nicht nur dadurch alle Mühe, an den Vorgänger "Retribution Gospel Choir" anzuknüpfen. Die drei Kerle machen genau die Musik, die man von drei Kerlen erwartet: mit sentimentaler Lautstärke, scheppernder Gottesfurcht und der obligatorischen Stiernackigkeit.

Auch das zweite Werk von Retribution Gospel Choir ist eine durch und durch amerikanische Angelegenheit. Weiterhin dominieren fleischige Gitarren und ein grobschlächtiges Schlagzeug das Geschehen. Alan Sparhawk barmt von "Poor man's daughter" und domestiziert den zackigen "White wolf" mit breiten Riffs und nervösem Klavier. Auch im Wumms von "Workin' hard" und im bluesigen Zickzack von "Your bird" stecken reichlich Weisheiten aus dem krachledernen Hardrock der Siebziger. Grunge und Stoner Rock haben ja gezeigt, dass das kein Nachteil sein muss.

Es dreht sich also auch auf "2" um testosteronhaltigen Lärm. Deshalb schält sich selbst das zerschossene "Something's going to break" aus der zerbeulten Blechdose, um auch eine dieser Gitarrenbreitseiten abzubekommen. Von denen ist "Electric guitar" geradezu gespickt, aber das ist bei diesem Titel ja auch kein Wunder. Weil so viele Verstärker röhren und sich die Rückkopplungen überlagern, vermittelt der Retribution Gospel Choir ein echtes Gefühl von Weite. Einsame Cowboys und so. "2" ähnelt darin der Hormon-schwangeren Bodenständigkeit der Kings Of Leon. Ohne die ganzen Drogen.

Der hüftschwingende Groove des eröffnenden "Hide it away" hat immerhin reichlich Sex dabei, den das Taumeln und Aufbegehren der folgenden Songs auskosten darf - zwei kurze Zwischenspiele inbegriffen. Erst für das großartige "Bless us all" stürzt dann der Krach der elektrischen Gitarren in sich zusammen und macht Platz für eine herzklopfende Hymne zum Abschluss. Die ganzen Riffs und Breaks haben Pause. Und zum ersten Mal erweist Sparhawk dem Gospel im Bandnamen alle Ehre.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • Hide it away
  • Electric guitar
  • Bless us all

Tracklist

  1. Hide it away
  2. Your bird
  3. '68 comeback
  4. Workin' hard
  5. Poor man's daughter
  6. White wolf
  7. The last of the blue dream
  8. Something's going to break
  9. Electric guitar
  10. Bless us all

Gesamtspielzeit: 33:47 min.

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