Beach House - Teen dream

Beach House- Teen dream

Sub Pop / Bella Union / Cooperative / Universal
VÖ: 26.02.2010

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Nicht von gestern

Es begann an einem dieser Nachmittage, an dem es gar nicht mehr aufhören wollte zu schneien, das sei gesagt. Die Dämmerung brach ein, der Schnee knirschte unter den Schuhen, das Laufen wurde anstrengend. Die Sicht war verdeckt durch all die kleinen, mittlerweile längst verfluchten Flöckchen, die aus dicken, dunklen Wolken die Erde für sich einnahmen. Da hilft es auch nicht mehr, sich aufzuregen, da muss man durch und fertig. Also Kopfhörer auf, Zufallswiedergabe und auf ein nettes kleines Liedchen gehofft. Das kam nicht. Stattdessen eine atmosphärische Offenbarung, ein Kleinod an Musik, und das war erst der Anfang. Denn das dritte Album von Beach House namens "Teen dream" sollte noch viele dieser Perlen beinhalten, wie sich später herausstellte.

Die erste Entdeckung aber war tatsächlich "Better times", das kaum hätte besser passen können - zum Wetter, zur Temperatur, zur Stimmung, sogar zum Knirschen des Schnees. Im Lager- oder eher Kaminfeuer-Idyll, zum Schunkeln einladend, mit dem fast magisch wirkenden Gesang von Victoria Legrand, die sinnigerweise erkennt: "We don't need a sign to know better times." Was man der Guten bereits beim ersten Durchlauf des Albums bescheinigen möchte. Waren das selbstbetitelte Debüt und das folgende "Devotion" absolut einwandfreie Pop-Werke, auf denen sich sicher mehr als nur der eine oder andere nette Song tummelte, ist "Teen dream" in all seiner zuckrigen Süße, seiner eiskalten Schönheit und seiner tieftraurigen Dunkelheit schlicht und ergreifend eben genau das: schlicht und ergreifend zugleich.

Und so ist es natürlich bemerkenswert, dass ein Song wie "Silver soul", dem ein aalglatter 80er-Jahre-Schauer über den Rücken läuft, auf ebenso viel Gefallen stößt wie die langsam munter werdende Single "Used to be": Was als Kuschelnummer für zwei startet, endet als Pop-Kalauer für alle Besucher der nächsten Hallentour. Da wird auf den Boden gestampft, während Legrand in ihrem eigenen Gesang verschwindet, dem der Hörer an dieser Stelle ohnehin längst verfallen ist. Kein Wunder, bei einem Album, das die Stimmung eines zur Abwechslung nicht ganz so verschmutzten Jugendtraums derart perfekt einfängt, dass man sich in ein künstliches Koma versetzen lassen möchte, um es nochmal in genau dieser Form erleben zu können. Spätestens beim anmutigen und regelrecht verschlingenden "Real love" und dem grandiosen Abschied mit "Take care" dürfte jegliche falsche Scheu abgelegt sein. Zum behutsamen Ausflüstern eines mehrstimmig gesteigerten Gesangs dämmert es durch die Wolkendecke der eigenen Gedanken: Natürlich ist "Teen dream" die Vertonung eines Traumes der süßen, fast schon klebrigen Sorte, und selbstredend ist es ein Pop-Album. Aber eines der feinsten Art, und in diesem Fall ist irgendwann sogar der Schnee auf der Straße nur noch von gestern.

(Jennifer Depner)

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Highlights

  • Norway
  • Used to be
  • Better times
  • Take care

Tracklist

  1. Zebra
  2. Silver soul
  3. Norway
  4. Walk in the park
  5. Used to be
  6. Lover of mine
  7. Better times
  8. 10 mile stereo
  9. Real love
  10. Take care

Gesamtspielzeit: 49:12 min.

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User Beitrag

The MACHINA of God

Postings: 10501

Registriert seit 07.06.2013

2014-01-14 22:53:09 Uhr
Ja, das wars auch bei mir. Und "Lover of mine".

zurueck_zum_beton

Postings: 156

Registriert seit 07.07.2013

2014-01-14 21:37:47 Uhr
"08. 10 Mile Stereo 10/10 (das beste, eine 10/10 wird dem nicht mal gerecht)"

Hab schon die ganze Zeit darauf gewartet, dass das mal jemand bemerkt. Na endlich!

kingsuede

Postings: 988

Registriert seit 15.05.2013

2014-01-14 20:46:02 Uhr
01. Zebra 9/10
02. Silver Soul 8/10
03. Norway 8/10
04. Walk in the Park 10/10
05. Used to Be 9/10
06. Lover of Mine 10/10
07. Better Times 8/10
08. 10 Mile Stereo 9/10
09. Real Love 9/10
10. Take Care 9/10

tuxx

Postings: 263

Registriert seit 13.06.2013

2014-01-14 19:49:38 Uhr
01. Zebra 8/10
02. Silver Soul 10/10
03. Norway 9/10
04. Walk in the Park 10/10
05. Used to Be 10/10
06. Lover of Mine 10/10
07. Better Times 9/10
08. 10 Mile Stereo 10/10 (das beste, eine 10/10 wird dem nicht mal gerecht)
09. Real Love 9/10
10. Take Care 10/10

Ist zwar nicht mein Lieblingsalbum aber wenn es nur von der Summe der Einzelwertungen abhängen würde, wäre es das vermutlich.

Komischerweise finde ich gerade die Singles mit am schwächsten wenn man das überhaupt so nennen kann. "Real Love" hat auch seeehr lange gebraucht.

The MACHINA of God

Postings: 10501

Registriert seit 07.06.2013

2014-01-14 14:24:06 Uhr
Hör ich heute auch gleich mal wieder. Hatte drei Favoriten, kann mich aber nur noch daran erinnern, dass "walk in the park" einer davon war.
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