Hardcore Superstar - Thank you (For letting us be ourselves)

Hardcore Superstar- Thank you (For letting us be ourselves)

Music For Nations / Zomba
VÖ: 22.10.2001

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Bandana Split

Die Jungs von Hardcore Superstar stellen nicht gerade den Typ Mensch dar, dem wir in der Fußgängerzone eine Mark in die Hand drücken würden, wenn er denn nur lieb genug fragt. Oder freundlich und guten Gewissens eine Wegauskunft erteilen würden. Denn wer weiß, ob unsere Geldbörse danach noch an der selben Stelle sitzt oder stattdessen nicht unbemerkt in eine Hosentasche gewandert ist, in die sie nicht hingehört? Denn Hardcore Superstar sind tätowiert und unfrisiert - oder kurzum: der Inbegriff jenes bösen Rockstars, vor denen uns unsere Eltern immer mit erhobenem Zeigefinger gewarnt haben.

Doch die vier Schweden stehen zu dem, was sie sind und bedanken sich mit ihrem dritten Album sogar dafür, daß man sie ungestört läßt. "Keine Ursache!" mag man ihnen entgegenrufen, als sie einem mit dem Opener "That's my life" bereits die erste musikalische Faust ins Gesicht schmettern. An Durchschlagskraft mangelt es Hardcore Superstar wahrlich nicht, und ganz im Gegensatz zu den eher mageren Vorgängern "It's only Rock'n'Roll" und "Bad sneakers and a pina colada" haben sie mit dem fetten "Thank you (For letting us be ourselves)" auch allen Grund für ihren Optimismus. Um einen Song wie "Shame" zu schreiben, sitzt Kollege Axl Rose womöglich bereits seit Jahren im Studio fest, ohne auch nur den Hauch eines Erfolges vermelden zu können.

Überhaupt ist "Axl Rose" bei Hardcore Superstar ein gutes, wenn nicht neben "Haarspray", "Hardrock" und "Achtziger" das beste, Stichwort: Denn während die Veröffentlichung des Guns N' Roses-Comebackwerks auf unbestimmt verschoben wurde, liefern Hardcore Superstar das Album ab, für das Axl sein letztes Bandana geben würde. Jedes Jaulen von Frontsuperstar Jocke Berg und sitzt jedes Gitarrensolo an der richtigen Stelle. Und wenn andere Dinge mal nicht sitzen und der Blick zwischen die eigenen Beine eher Ernüchterung zutage fördert, wird womöglich mit einer Handvoll Taschentücher nachgeholfen und der Inhalt der schwarzen Lederhose zumindest optisch auf Vordermann gebracht.

Hardcore Superstar rocken mit einer Breitbeinigkeit, die der Spannweite einer Concorde entspricht, und einem Selbstbewußtsein, vor dem selbst Alice Schwarzer in Deckung gehen würde, ohne dabei ihr einziges Ziel aus den Augen zu verlieren: So fummelt, nachdem sich "Just another score" die Rockschlampe auf dem Schoß gesetzt hat, bereits "Wimpy sister" an ihrem Röckchen rum, setzt "Do me that favour" die Ferkelei hemmungslos in die Tat um, bis der von Streichern angetörnte neunte Track "Dear old fame" schließlich in einen extatischen, fünfminütigen Höhepunkt gipfelt. Daß danach nur noch heiße Luft folgt, liegt zwar in der Natur der Sache. Doch immerhin haben Hardcore Superstar bis dahin einen mehr als guten Job und damit ihrem Namen alle Ehre gemacht. It's only Rock'n'Roll but I like it.

(Armin Linder)

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Highlights

  • Shame
  • Dear old fame

Tracklist

  1. That's my life
  2. Not dancing, wanna know why?
  3. Shame
  4. Just anther score
  5. Summer season's gone
  6. Wimpy sister
  7. Do me that favour
  8. Significant other
  9. Dear old fame
  10. Some 'em
  11. Riding with the king
  12. They are not even a new Bang Tango
  13. Mother's love

Gesamtspielzeit: 50:43 min.

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