Beck - Midnite vultures

Beck- Midnite vultures

Geffen / Universal
VÖ: 22.11.1999

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

70er-Jahre-Sammelsurium

Beck Hansen ist völlig wahnsinnig! Wie kann man nur in einem total auf 70er-Jahre getrimmten Soul-Stück ein Banjo-Solo mit Pedal-Steel-Gitarre einbauen? Und schlimmer noch? Wie schafft man es, dies dann auch noch cool klingen zu lassen? Beck kann es. Er hat nach wie vor die wahnwitzigsten Ideen des geamten Rock-Biz. Für mich ist er der einzig wahre Punk. Von Album zu Album zeigt er den Mechanismen der Musikindustrie auf das Neue den riesengroßen ausgestreckten Mittelfinger. Er macht einfach, was er will! Gut, daß er damit auch Erfolg hat!

Im direkten Vergleich zu seiner eher ruhigen und konservativen Folk-Platte "Mutations" aus dem Jahr 1998 geht Beck auf seinem neuen Album wieder experimentierfreudiger und wesentlich grooviger zu Werke. Coole Samples verschönern die Songs an allen Ecken und Enden. Vor allem die 70er-Jahre klingen hier überall durch. Ob es jetzt opulente Bläsersätze oder eine Kopfstimme á la Mick Jagger sind....hier wird alles zitiert oder gesampelt! Einige der Songs ("Sexx laws", "Mixed bizness" oder auch "Debra") hätten von der Stimmung her prima auf den Soundtrack zu Tarantinos "Jackie Brown" gepasst. Doch auch die Elektronik hat verstärkt Einzug gehalten. Hier ist besonders der kraftwerkmäßige Mittelteil von "Get real paid" hervorzuheben. In "Hollywood freaks" wird dann auch noch zeitgemäß gerappt. Den introvertierten Folk-Singer hingegen gibt Beck nur noch im Ausnahmefall (z. B. im Outro von "Milk & honey"). Ein wirklich sehr modernes Retro-Album!

Das beste Stück des Albums ist die wunderschöne, sanfte Soul-Ballade "Debra". Wah-Wah-Gitarren, wie man sie sonst nur aus dem elektrischen Ladyland eines Jimi Hendrix kennt, eröffnen den Song. Ein völlig relaxter Bläser-Satz kommt hinzu; die 70er-Schweine-Orgel gurgelt sanft im Hintergrund. Und dann dieser Gesang! Irgendwo zwischen Prince, Mick Jagger und Schwanz ab! Wirklich sehr authentisch 70er-Jahre! Respekt (mein lieber Herr Gesangsverein!)!

Auf "Midnite vultures" schafft Beck es vom Songmaterial her sofort zu begeistern (ich mußte spontan zu "Mixed bizness" twisten!!!). Aber auch langfristig kann man allerlei schöne Geräusche und Details entdecken. Eine sehr augenzwinkernde und tanzbare Platte, die sehr viel Spaß macht und mich desöfteren zum Schmunzeln brachte. Das ähnlich konzepierte (falls man bei Beck überhaupt von einem musikalischen Gesamtkonzept sprechen kann.) "Odelay"-Album war meines Erachtens etwas schwerer zugänglich. Beck-Neulingen sei daher erstmal "Midnite Vultures" empfohlen. Gut auch, daß die nicht immer sehr leicht nachvollziehbaren und teils recht "abgespaceten" Texte im Booklet abgedruckt sind. "Der schwärzeste Beck seit Erfindung der Wandergitarre" brachte unser Erlanger Stadtmagazin die Sache auf den (Doppel-) Punkt. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Schade nur, daß mir dieser Satz nicht eingefallen ist!

(Matthias Allstadt)

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Highlights

  • Mixed bizness
  • Broken train
  • Debra

Tracklist

  1. Sexx laws
  2. Nicotine & gravy
  3. Mixed bizness
  4. Get real paid
  5. Hollywood freaks
  6. Peaches & cream
  7. Broken train
  8. Milk & honey
  9. Beatiful way
  10. Pressure zone
  11. Debra

Gesamtspielzeit: 58:19 min.

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User Beitrag

Loketrourak

Postings: 909

Registriert seit 26.06.2013

2018-02-16 13:08:06 Uhr
Wie großartig ist denn Debra. Der Song ist als letzter Song ganz ans Ende verbannt und damit viel zu wenig prominent platziert. Beim Film 'Babydriver' (eh ein Bombensoundtrack) kommt er immerhin zu späten Ehren.
logan
2012-05-10 22:49:25 Uhr
Damals fing Beck auf eine kreative, nicht kleinster-gemeinsamer-Nenner-mäßige Weise ein Stück vom Zeitgeist ein, was man dem Album heute noch anhören kann, jedoch ohne dass es darum überholt klänge. Ein Meisterwerk guter, leichter, witziger, künstlerisch markanter Unterhaltung mit vielen Querbezügen. Ein sehr frisches, befreites, launiges Album! Souverän und quirlig. (8,5/10)
Jeremy Pascal
2012-05-10 22:14:56 Uhr
Das Album von Beck, dass ich mir am häufigsten anhöre, vielleicht gibt es auf anderen Alben von ihm mehr Finesse, aber keines macht eine soo gute Laune.
Highlights sind Mixed Bizness und Nicotine & Gravy
masthwk
2012-05-10 21:23:21 Uhr
yNMtkK oiiprrppxjfm
Yousuf
2012-05-10 14:48:04 Uhr
Roland Elsner sagt:Die gedankliche Ausdrucksform, bzw. die ienrne Einstellung im Bezug auf die Wortwahl sollte der erste Schritt sein um mit jeglichen Situationen umzugehen. Es geht nicht darum Fehler zu machen! Es geht darum, Fehler zu vermeiden. Stelle ich das Wort Fehler in den falschen Zusammenhang, ist dies ein Fehler.Das Akzeptieren von Fehlern ffchrt zu einer falschen Einstellung gegenfcber dieser Tatsache. Es gibt nur Entscheidungen und deren Konsequenzen. Wir wissen zwar, was wir falsch gemacht haben, diese Erkenntniss schliedft aber nur eine von hunderten Mf6glichkeitein aus wie man es nicht angehen sollte und ffchrt uns nur Schrittweise zum Erfolg.Die oben genannten Personen wie Schwarzenegger oder Branson haben nicht aufgegeben und an der Verwirklichung ihrer Ziele gearbeitet.Die grundlegende Pre4gung erhielten diese Personen in der Kindheit, indem sie von ihren Eltern geff6rdert und ermutigt worden sind.Somit fe4ngt Ffchren mit der richtigen, gedanklichen Einstellung an. Man muss nicht erst scheitern um das Ffchren zu lernen. Nur, hat der Eine eine Pre4gung, die im die Mf6glichkeit gibt aus dem erlernten der Vergangenheit, Fehler im Vorfeld zu vermeiden und der Andere (wenn er den Weg fcberhaupt irgendwann findet) handelt ebenso seiner Pre4gung zum Trotz und braucht daher mehr Disziplin und Reflektion.Es ist also kein Garant, dass Scheitern ein Weg zur guten Ffchrung ist und das man Fehler machen muss, sollte auch keine, gedankliche Selbstverste4ndlichkeit sein.
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