Ok Go - Of the blue colour of the sky

Ok Go- Of the blue colour of the sky

Capitol / EMI
VÖ: 19.02.2010

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

OMG

Was zur Hölle? Fünf von zehn Rezensionen zu Ok Gos neuer Platte "Of the blue colour of the sky" werden wohl wieder so beginnen, wie Artikel über Ok Go immer beginnen, wenn der Autor mal wieder nicht weiß, in welche Pose er in seinen Text eintauchen soll. Es folgt der Fingerzeig auf die knackigsten Fakten in Ok Gos Biographie, vor allem der Zeigefinger-Link zur Choreographie zum Clip zum Song "Here it goes again", mit der Ok Go auch Oma, Opa, Fitnessstudio-Betreiber im Sack hatten. Ein ganzer Absatz geht währenddessen vor die Hunde. Die vorliegende Platte bleibt derweil unberührt. Warum ist das eigentlich so?

Ok Go kann man kaum einen Vorwurf machen. Sie hatten sich vor den Aufnahmen zu dieser Platte die Haare aus dem Gesicht gewischt, ihre Diskographie analysiert und sich ein paar Gedanken gemacht. Als sie im Oktober 2008 an Dave Fridmanns Tarbox Road Studios in New York klingelten, da müssen sie schon so etwas wie einen Plan gehabt haben. Auch mit Fridmann, dem Mann, der die Flaming Lips zu Männern gemacht hat, der Phantom Planet die Flausen austrieb, der Emo-Posterjungs wie Thursday zwischendurch rappeln ließ wie Converge, ohne sich dabei blaue Flecken einzuhandeln. Auf diesem Albm hier lässt Dave Fridmann Ok Gos Sänger Damian Kulash hallen, als würde der gerade seine eigenen Songs unter der Dusche singen. Kulash, dem Fridmann nicht mal dann auf den Hintern strammzieht, wenn der wie hier einen Falsett-Gesang trainiert, gegen den nicht mal eine Feuerwehr-Sirene anstinkt.

Ab Takt eins von werweißwievielen auf "Of the blue colour of the sky" ist vieles nicht mehr ganz so bei Ok Go, wie es mal war: superheiter, supersonnig, superlieb. Innerhalb der ersten fünfzehn Minuten haben Ok Go bis dahin: ein paar der brutzeligsten Brutzel-Bassgitarren seit Weezers "Pinkerton" zerrupft, in ihrem "This too shall pass"-Stück Beach-Boys-Chöre mit Schlagzeug-Sticks vermöbelt und ein paar Fans und Autoren verprellt, die an Ok Go vor allem die Choreopraphie zum Clip zum Song "Here it goes again" knuddeln. Dass gleich der erste Song dieses Albums "WTF" heißt, könnte eventuell vielleicht womöglich dann doch kein Zufall sein.

Und das kam vielleicht ja so: Damian Kulash, Tim Nordwind, Andy Ross und Dan Konopka, im folgenden aus Webspace-Gründen Ok Go genannt, müssen die Schnauze voll gehabt haben. Jahrelang hat man sie getriezt, ihnen in die Bäckchen gekniffen, über den Kopf gestreichelt und ihre Songs für den Abspann der Sportschau zerstückelt. Wie süß sie waren! Wie lieb! Wie harmlos! Noch nicht mal hier nahm man sie überall ernst. Jetzt schlagen Ok Go zurück mit "End love", das Bässe achtelt wie ein Prince-Remix einer Duran-Duran-Sauerei. Mit dem Powerpop-Abgesang "In the glass". Mit einem Infozettel-Schreiber, der es sich nicht verkneift, gleich im ersten Absatz die Choreographie zum Clip zum Song als Aufhänger zur Rezension zur Platte anzubieten. Vor allem aber: mit einem Schwanengesang von einem Album auf ihre Drei-Akkorde-Singles, der viele Melodien, aber kaum einen echten Hit enthält. Was zur Hölle?

(Sven Cadario)

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Highlights

  • This too shall pass
  • End love

Tracklist

  1. WTF?
  2. This too shall pass
  3. All is not lost
  4. Needing/Getting
  5. Skyscrapers
  6. White knuckles
  7. I want you so bad I can't breathe
  8. End love
  9. Before the Earth was round
  10. Last leaf
  11. Back from Kathmandu
  12. While you were asleep
  13. In the glass

Gesamtspielzeit: 51:14 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
~°°~
2012-02-08 14:42:28 Uhr
Ich schrieb ja auch MusikVIDEO. Auf die Musik hab ich ehrlich gesagt nicht wirklich geachtet. Zumindest der Clip ist nicht einfallslos.
r0
2012-02-08 11:05:10 Uhr
kuuult. da kann die musik noch so scheiße und einfallslos sein :-) und jetzt schnell alle auf euren blogs und bei fb posten.
~°°~
2012-02-08 10:18:41 Uhr
Das ist jetzt schon das Musikvideo des Jahres!!!
http://www.youtube.com/watch?v=MejbOFk7H6c&feature=player_embedded#!
Dorado
2011-07-29 18:18:19 Uhr
Hier gibts das Video in der interaktiven Version, in dem man sich eine eigene Botschaft schreiben lassen kann:
Geht nur mit Google Chromeu
bee
2011-07-29 15:56:28 Uhr
live Platte: OK Go - 180 365
natürlich wieder Song-Sieger: Skyscrapers - nun sogar mit Bläsern - gross!
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