Smoke Blow - The record

Smoke Blow- The record

PIAS / Rough Trade
VÖ: 05.02.2010

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Auf dem Volldampfer

Muss ein gutes Hardcore-Album eigentlich mit einem Urschrei beginnen? Braucht es wirklich zu Beginn immer diesen etwas zu schnell galoppierenden Knüppelbeat, um so richtig in Stimmung zu kommen? Und muss es immer enden mit dem Gefühl, vom Dampfer überfahren worden zu sein? Smoke Blow beantworten diese Fragen schon seit Jahren mit einem heiseren "Aye" und haben auf "The record" noch ein paar Bruttoregistertonnen zugelegt, um ja keine Gerüchte über Materialermüdung aufkommen zu lassen.

Abseits aller nautischen Metaphern - die sich eine Band aus Kiel wohl gefallen lassen muss und mit denen sie auch selbst immer wieder gespielt hat - legen Smoke Blow mit ihrem siebten Studioalbum eine geradezu idealtypische Hardcore-Punk-Platte vor. Für leise Töne ist kein Platz, für ruhigere Momente sind nur die wenigen Sekunden vorgesehen, in denen das singende Duo Jack Letten und MC Straßenköter Luft holt. Ansonsten wird zweistimmig gegrölt, geshoutet und gekotzt, was das Zeug hält. Smoke Blow gewinnen einen großen Teil ihrer Intensität aus dem Zusammenspiel ihrer Frontmänner, auch wenn ihre Stimmen sich nicht so deutlich unterscheiden wie die der beiden Ex-Blood-Brothers-Sänger Jordan Blilie und Johnny Whitney. Wenn Letten und der Köter sich aber die Bälle zuspielen wie in "Necrophobia" ("Eat my brain!"), zerbersten die Boxen geradezu vor Energie.

Besonders deutlich wird das bei den Stücken, die zwischen schnellen Punkrock-Akkorden und Midtempo-Riffing wechseln. Wenn die Band ihre Mischung aus doomigem Metal und Gaspedal-Hardcore konsequent durchzieht, klingt das in Songs wie "March on to victory" oder in dem Zwei-Minuten-Brecher "Transylvanian frost" im besten Falle wie eine Highspeed-Variante von Down: schneller, aber genauso dreckig und wütend wie die Südstaaten-Metaller. Auch der direkte und trotz aller Härte warme Sound trägt seinen Teil dazu bei. Dass sich ab und an eine kleine Redundanz in ein derart konsequentes Hardcore-Album einschleicht, ist zu verschmerzen. Smoke Blow ordnen die Originalität manchmal dem Gesamtwerk unter und packen eher noch eine schematische Hardcore-Blaupause wie "Ice wolf" auf "The record" als einen weiteren der etwas freier komponierten Songs wie "I have lived in the monster". Dafür haben sie ihre härteste Platte seit "German angst" abgeliefert. Und die braucht sich nicht vor der Konkurrenz aus Übersee zu verstecken.

(Maik Maerten)

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Highlights

  • March on to victory
  • Retaliation
  • I have lived in the monster

Tracklist

  1. Broken bonds of friendship
  2. Evil leaf
  3. Summer of betrayal
  4. March on to victory
  5. Bleeding
  6. Transylvanian frost
  7. Final hands
  8. Ice wolf
  9. Retaliation
  10. I have lived in the monster
  11. Necrophobia
  12. Lost son of the ark

Gesamtspielzeit: 29:55 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Marta
2010-02-10 10:07:32 Uhr
die ist echt gut, aber wie dann doch manchmal bei Bands, die ihre 8te, 9te Platte machen, ohne Überraschung. Das hatten sie schon mit German Angst drauf und die hat noch mehr zu bieten als Härte und Energie, da waren gigantischen Songs drauf, obwohl mir der "Broken Bonds" auf the records sehr gut gefällt. Geile Band, ohne Zweifel.
@bammbammbamm
2010-02-09 22:54:39 Uhr
Kann ich nur unterschreiben, einfach geiles Teil... wat freu ich mich auf die Live-Performance
bammbammbamm
2010-02-07 16:18:06 Uhr
NOCH härter und besser als german angst.



ich bin so frei :)
nun ist es soweit
2010-02-05 14:47:29 Uhr
heut ebend in dortmund und morgen dann in bielefeld. mal schauen was da so geht.

@sam

wenn man keine ahnung hat...
gurgl
2010-01-31 23:43:56 Uhr
öde altherrenkapelle? stimmt irgendwie!
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