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Hot Chip - One life stand

Hot Chip- One life stand

Parlophone / EMI
VÖ: 29.01.2010

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Schritt für Schritt

Ende des Jahres werden Hot Chip das Indie-Volk in zwei Gruppen gespalten haben. Die eine blickt mit schmähendem Blick auf das aktuelle Werk und schwelgt in Rückblenden: "Die frühen Alben waren krude und irgendwie positiv verrückter." Gruppe zwei arrangiert sich mit einer tollen Pop-Platte, die bedenkenlos auch im Mainstream ihre Anhänger finden wird. Dabei sollte "One life stand" für keine der beiden Gruppierungen eine Überraschung darstellen, sondern die logische Folge aus der Gestaltung von "Made in the dark". Hot Chip sind vielleicht stromlinienförmiger geworden, das aber mit ihrer kompaktesten, dichtesten und poppigsten Platte bislang.

Nur weil kein "Shake a fist" mehr dabei ist, sind die Londoner keine Unterwäschebügler, und nur weil ein preisgekröntes "Over and over" als Damoklesschwert über Hot Chipscher Berichterstattung pendelt, rüttelt das mitnichten am Albumkomplex "One life stand". Dem Zauber, Clubatmosphäre für die Hausarbeit zu kreieren und auf der Tanzfläche für die notwendig Popromantik zu sorgen, gelingt weiterhin. Die Songs bauen auf einem Bass-Fundament auf, ineinandergreifend und doch so variabel. Mit deutlich mehr Konzentration auf Drums, Rhythmus und Hooks. "Hand me down your love" knüpft zarte Bande zu Madonnas Gesangsharmonien aus "La isla bonita", in "Brothers" finden sich die Eurythmics und ihr "Love is a stranger" wieder, und das unterschwellige Techno- und Wave-Kommando salutiert für wenige Sekunden vor "Take it in".

Alexis Taylors Vorliebe für Soulstücke blitzt nicht nur in jeder seiner gesungenen Silben durch, sondern dürfte auch Pate gestanden haben für die Gospelbegeisterung in "Hand me down your love" und die mit Horn verfeinerte Ballade "Slush". Den Charme von Joe Goddards Indiepopperle "Alley cats" erreicht sie aber nicht ganz. Aber sie tun gut, diese kleinen Verschnaufpausen vom autogetuneten und synthiegeflashten "I feel better" (Nimm dies, David Guetta!) und der lässig-groovenden, Calypso-knusprigen Single "One life stand". "Now that we're older / There's more that we must do." Wenn "One life stand" das ist, was Hot Chip tun müssen, bekommt ihnen der Alterungsprozess hervorragend.

(Stephan Müller)

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Highlights

  • One life stand
  • Alley cats
  • Take it in

Tracklist

  1. Thieves in the night
  2. Hand me down your love
  3. I feel better
  4. One life stand
  5. Brothers
  6. Slush
  7. Alley cats
  8. We have love
  9. Keep quiet
  10. Take it in

Gesamtspielzeit: 49:20 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
The XX
2010-03-17 12:34:24 Uhr
In Köln letzte Woche war auch super....das Album ist echt gut: 8/10
edgar
2010-03-15 23:46:48 Uhr
super auftritt in frankfurt gestern. war sehr sehr positiv überrascht 9/10!
Bonzo
2010-03-12 12:27:58 Uhr
Tolles Album. Mit 8/10 ihr bestes.
bartel (d.E.)
2010-03-07 12:33:31 Uhr
inzwischen 8,5 / 10

wer sagt hier was gegen Alley Cats?
koe
2010-02-15 04:34:12 Uhr
6 von 10 Songs find ich mittlerweile richtig gut. Ohne scheiss, koennte mein Lieblingsalbum von denen werden. Konnte mich bei den ersten beiden nie wirklich richtig reinhoeren. Erst ab 'Made in the Dark' kam ich rein.
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