Tommy Finke - Poet der Affen / Poet of the apes

Tommy Finke- Poet der Affen / Poet of the apes

Roof / Indigo
VÖ: 29.01.2010

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

(Was ist die Geschichte?) Morgenglorie

Das ist doch mal ein ansprechender Ehrgeiz: Tommy Finke will "Musik schreiben, die man noch spielen kann, wenn eine Atombombe gefallen ist." Finke versucht es mit Songs, die nicht nur von den Beatles und Oasis inspiriert, sondern gleich von ihnen adaptiert wurden. Flockige Gitarren, vergnügte Klavier-Motive und einprägsame Hooklines sind die Hauptmerkmale dieser leichten, unaufgeregten Musik, die man mit gutem Gewissen nebenbei laufen lassen kann. Ausnahmsweise ist das hier als Kompliment gemeint. Denn die Geschichte lehrt: Gelerntes Handwerk ist aller Ehren wert.

Um den Plan mit der Atombombe zu unterstreichen, reißt der Bochumer erst gar keine Grenzen ein. Er nähert sich ihnen an: So gibt es "Poet der Affen" als Doppel-CD. "Poet of the apes" heißt die zweite Seite des Albums. Sie enthält die gleichen Songs, mit dem feinen Unterschied, dass Finke all seine Texte ins Englische übersetzt und diese Texte über die ursprünglichen Instrumental-Spuren gesungen hat. Das kann man nun finden, wie man will.

Geht man die Platte nun an, kann man sich den Spaß machen, gleich im Intro, dem Titeltrack, den entsprechenden Beatles- oder Oasis-Song zu erraten. Dies kann man übrigens über die gesamte Länge machen. Das Resultat ist eine lange Liste und ein schöner Zeitvertreib. Auch das kann man durchaus als Kompliment verstehen: Finke macht aus seinen Referenzen keinen Hehl und zitiert sehr charmant. "Im Radio Smashing Pumpkins / Wahrscheinlich nur für mich" könnte da so ein Leitfaden sein, das High-Fidelity-Syndrom der Musikfanatiker. Man weiß ja, wie sich das anfühlt.

Noch bevor die CD durch ihre Leichtigkeit ganz und gar gen Himmel entgleitet, gibt es mit "Raus aus dieser Stadt" und "Die Tiere suchen" seelische Tristesse. Die Hits heißen hier "Stop the clocks" und "Es kommt kein Schiff": So viel Sonne und Spaß am Musizieren springt unweigerlich auf den Hörer über. "Ich bin irgendwie Kompass / Du irgendwie Magnet / Und das ist irgendwie sicher", singt Finke im abschließenden "Magnet". Tatsache: Die Musik bewegt sich in ungefährdeten Gefilden. Und das passt hier wie die Faust aufs Auge. Ein netter Zeitvertreib.

(Christian Preußer)

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Highlights

  • Stop the clocks
  • Die Tiere suchen
  • Zukunftsmann

Tracklist

  • CD 1
    1. Poet der Affen
    2. Borderline Betty
    3. Stop the clocks
    4. Die B-Seite der Single
    5. Es kommt kein Schiff
    6. Raus aus dieser Stadt
    7. Die Arroganz der Gosse
    8. Um den Schlaf gebracht
    9. Eigentlich sind sie als Punkband unterwegs
    10. Ein schlechter Reim
    11. Die Tiere suchen
    12. Zukunftsmann
    13. Magnet
  • CD 2
    1. Poet of the apes
    2. Borderline Betty II
    3. Stop the clocks II
    4. The b-side of the single
    5. No perry 'cross the Mersey
    6. Leaving the city
    7. Gutter arrogance
    8. When she wiped all my sleep away
    9. They are a punkband after all
    10. A poorly written rhyme
    11. The creatures search for fodder
    12. Tomorrow man
    13. Magnet II

Gesamtspielzeit: 93:30 min.

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