Paper Route - Absence

Paper Route- Absence

Motown / Universal
VÖ: 27.11.2009

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Links geradeaus

"I still believe that change can happen / Though it's hard and it happens slowly", singen Paper Route aus Nashville und erarbeiten damit eine Direktive, die Plattentests.de voll unterstützt und gerne näher erläutert. Denn: Der Weg aus der Unauffälligkeit ist in Sichtweite. Aber der Reihe nach. Drei 3 EPs liegen hinter der Band, ehe sie sich in der Lage sah, mit "Absence" guten Gewissens den ersten Longplayer loszuschicken. Es bedarf nur eines Hördurchgangs, um sich mit dem programmierten und synthie-infizierten Indierock anzufreunden und die Ambient-Einschübe, hauchdünnen Verbindungen zum Post-Rock sowie partiellen Liebesbekundungen an die 80er-Jahre wertneutral zu notieren.

Die Songs aber bleiben an der Ohr-Außenschale kleben, auch nach dem zweiten, dritten, ... sechsten Hören. Unauffällig eben. "Carousel" hinterlegt zwar seine Visitenkarte mit der schönen Zeile "It takes two to make a leader", verdankt aber der Kombination aus donnernden Drums und Gitarrenpart, dass man nicht geneigt ist, Stanfour als Referenz in den Raum zu werfen. Hinzu kommt die Widerkehr ausgedrückter Unsicherheit. "We don't know why, we don't know why / We go, we go, we go in circles", heißt es in "Carousel", ehe in "Last time" der Schlussstrich unter die Beziehung gezogen wird, die Orientierungslosigkeit aber bleibt: "I don't know why I go in circles." Wer sich im Kreis dreht, spart sich das Navigationssystem, kommt aber eben auch nicht vorwärts.

Eigentlich darf das nicht sein, wenn man als Quartett in der luxuriösen Lage ist, mit JT Daly und Andy Smith zwei Sänger in den eigenen Reihen zu haben. Da könnte man den penetrierenden Background-Gesang in "Be healed" streichen und die zweite, leise eingeflochtene Stimme käme wohl besser zur Geltung. Die Band weiß es ja besser und liefert mit "Dance on our graves" einen hochwürdigen Abschluss inklusive Cello und Mut zur Länge im opulentem Ende. "People say I've changed that's alright" sagen sie ja schon selbst. Ist wohl nur noch eine Frage der Zeit. A change is gonna come to Tennessee.

(Stephan Müller)

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Highlights

  • Dance on our graves

Tracklist

  1. Enemy among us
  2. Wish
  3. Carousel
  4. Good intentions
  5. Tiger teeth
  6. Be healed
  7. Last time
  8. No sudden revelations
  9. Gutter
  10. Are we all forgotten
  11. Lovers anthem
  12. Dance on our graves

Gesamtspielzeit: 50:03 min.

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