Creature With The Atom Brain - Transylvania

Creature With The Atom Brain- Transylvania

The End / Soulfood
VÖ: 15.01.2010

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Über Siebenbürgen musst du gehn

Ein verrückter ehemaliger Nazi-Wissenschaftler züchtet ferngesteuerte und atomgetriebene Zombies, um einem verurteilten und des Landes verwiesenen Gangster bei seinem Rachefeldzug gegen die USA zu helfen. Ein nicht gerade oscarverdächtiger Plot, aber wer einen Film unbedingt "Creature with the atom brain" nennen will, muss Kompromisse eingehen. In den Fünfziger und Sechziger Jahren hatten solche B-Movies mit Titeln wie "Creature from the black lagoon", "The beast with a million eyes" oder "Attack of the crab monsters" recht großen Erfolg, weil sie mit den Ängsten der Menschen spielten: der Kalte Krieg, die Bombe, Rock'n'Roll. Was es damals eben so alles gab.

Der Kalte Krieg ist vorbei, mit der Bombe droht nicht mehr der Kommunist, sondern der globalisierte Terrorist, und zumindest in Belgien ist der Rock'n'Roll auch nicht mehr, was er einmal war. Zwischen den mitunter skurrilen Klangwelten von dEUS und Millionaire haben sich Creature With The Atom Brain (die Band, nicht die Zombies) ein Häuschen gezimmert und es "Transylvania" genannt. Die musikalische Ähnlichkeit ist kein Zufall, handelt es sich doch um ein Nebenprojekt zweier Mitglieder von Millionaire, die wiederum der ehemalige dEUS-Gitarrist Tim Vanhamel gründete.

Die vier Nuklearhirne schlurfen hier durch elf Songs, die ähnlich oft von der gepflasterten Straße ins Dickicht oder in den Graben stolpern wie dEUS in ihrer Frühphase. Nur dass die Songs auf "Transylvania" wieder aus dem Matsch heraussteigen und erneut in die Spur zu finden versuchen - wenn auch etwas dreckig und verplant. Lange Instrumentalpassagen - mal psychedelisch, mal, folkig, mal einfach nur Blues - wechseln sich ab mit straight nach vorne rockenden Strophen, die Aldo Struyf mit seinem leicht abwesenden Gesang immer etwas ausbremst. Bass und Schlagzeug beschränken sich auf eine effiziente Minimalbegleitung, und der Titelsong schwurbelt sich sogar sechs Minuten lang über dasselbe Drumloop und denselben Basslauf.

Dass "Transylvania" trotzdem spannend bleibt, liegt daran, dass die Band jedem Song einen eigenen Dreh verpasst. Ob das namhafte Gäste sind wie Mark Lanegan und Chris Goss in "Lonely light", mehrstimmige Gesangs- und Gitarrenarrangements wie im überbordenden "Darker than a dungeon" oder der passend betitelte Stakkato-Trip "Make noise". Langeweile gibt's in Transsilvanien nicht. Nazi-Wissenschaftler und Atomzombies zum Glück aber auch nicht.

(Maik Maerten)

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Highlights

  • Transylvania
  • Lonely light
  • Make noise

Tracklist

  1. I rise the moon
  2. The color of sundown
  3. Something is wrong
  4. Transylvania
  5. Lonely light
  6. Spinnin' the black hole
  7. Darker than a dungeon
  8. Sound of confusion
  9. Make noise
  10. The lonesome whistle
  11. Is that lady sniff?

Gesamtspielzeit: 50:05 min.

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User Beitrag
The MACHINA of God
2012-09-22 14:36:32 Uhr
Bin eh grad wieder aufm Belgien-Trip. Muss ich also mal hören.
Kris
2010-01-20 22:36:51 Uhr
Gefällt mir auch ausgesprochen gut, insgesamt sogar noch besser als der Vorgänger, den ich auch mochte.
Lanegans Part ist wie gewohnt toll... stimmlich wieder anders als seine zwei Beiträge zum ersten Album.

Sehr schön. :)
Wolffather
2010-01-20 15:28:41 Uhr
ja das Album ist fantastisch! Es braucht exakt 2 Durchgänge, dann zündet es stark... Macht sehr großen Spaß, auch der Titeltrack ist ein sehr geiler Mantraartiger Groover... und: Mark Lanegan ist auf dem Album zu hören
Wolffather
2010-01-16 04:04:16 Uhr
ich habe es mir heute gekauft, glaube auch dass da mehr Potential ist
m.caliban
2010-01-15 01:55:59 Uhr
@wolffather
ich glaube, das album muss man oft hören, viele songs sind unspektakulär aufs erste hören, wachsen aber aufgrund iher stimmung mit der zeit, ich finds nach ein paar wochen hören ziemlich stark
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