Listen


Banner, 120 x 600, mit Claim

Fugazi - The argument

Fugazi- The argument

Dischord / Southern / EFA
VÖ: 08.10.2001

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Hardcore im Trockendock

Mehr als vier Jahre sind seit dem letzten Studioalbum von Fugazi vergangen - eine ziemlich lange Zeit für eine Band, die zu einer Unmenge an politischen Themen ganz sicher den einen oder anderen interessanten Kommentar hätte liefern können. Aufgefallen sind die vier Amerikaner in den letzten Jahren unter anderem durch Produzentenjobs, Benefizkonzerte und einen Dokumentarfilm. Durch die Presse jedoch gingen sie in erster Linie als Hauptverantwortliche für eine prägende und penetrante Humorlosigkeit, wie sie gerade wieder im Takt mit den Emo-Stadionfeuerzeugen aufflackert. Letzteres wird aber kaum der Grund dafür sein, daß gerade jetzt eine neue Fugazi-Platte in den Läden steht - viel naheliegender dürfte der texanische Republikaner sein, der sich seit Januar "der mächtigste Mann der Welt" nennt.

Die Band mit den Eckkoordinaten HC, DC und sXe funktionierte allerdings nie ausschließlich über ihre - zugegebenermaßen detailreich durch- und ausformulierte - politische Komponente; mindestens so wichtig war immer auch ihre Fähigkeit, Genrekonventionen am Modellfall Hardcore ohne Rücksicht auf Verluste aus den verschiedensten Perspektiven auszuleuchten. Auf gewissen Ebenen wurde dieser Aspekt auf der neuen Platte im Vergleich zum Vorgänger "End hits" etwas zurückgenommen: "The argument" ist ein knochentrockener Stapel Songs, zurückhaltend produziert mit wenigen klangtechnischen Überraschungen. Man kennt sie mittlerweile, die typischen, auf kleinsten Raum verdichteten Gitarren, den hinterhältigen Schlagzeugfahrplan, die unspektakulären, aber soliden Baßschlaufen.

Dennoch: Gerade die jahrelang erprobten und für tauglich befundenen Klangkonventionen sind es, die es hier ermöglichen, mutiger als je zuvor über die zahlreichen Schatten in Form von Strukturgrenzen zu springen. Dabei bringen Fugazi eine Platte zustande, die trotz der vielfältigen Umschichtungsexperimente schlüssig bleibt und auch als Hardcore-Entwurf funktioniert. Es sind die unspektakulären Ausgangslagen, die die Plots der einzelnen Songs um so beeindruckender machen, die gewagten Versuche zusammenhalten und mit einer unglaublichen Präzision dafür sorgen, daß "The argument" nicht im prätentiösen Desaster endet. Die Fähigkeit, auch vierzehn Jahren nach der Gründung immer wieder zu zerschmettern und zu überraschen, muß Fugazi hoch angerechnet werden - ebenso wie die ehrliche Hommage an die geistesverwandten Straßenkämpfer aus Montreal im ersten, anonymen Track.

(Adrian Schulthess)

Bei Amazon bestellen / Preis prüfen für CD, Vinyl und Download
Bei JPC bestellen / Preis prüfen für CD und Vinyl

Bestellen bei Amazon / JPC

Highlights

  • Full disclosure
  • Epic problem
  • Argument

Tracklist

  1. Cashout
  2. Full disclosure
  3. Epic problem
  4. Life and limb
  5. The kill
  6. Strangelight
  7. Oh
  8. Ex-spectator
  9. Nightshop
  10. Argument

Gesamtspielzeit: 44:53 min.

Album/Rezension im Forum kommentieren (auch ohne Anmeldung möglich)

Einmal am Tag per Mail benachrichtigt werden über neue Beiträge in diesem Thread

Um Nachrichten zu posten, musst Du Dich hier einloggen.

Du bist noch nicht registriert? Das kannst Du hier schnell erledigen. Oder noch einfacher:

Du kannst auch hier eine Nachricht erfassen und erhältst dann in einem weiteren Schritt direkt die Möglichkeit, Dich zu registrieren.
Benutzername:
Deine Nachricht:
Forums-Thread ausklappen
(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

noise

Postings: 807

Registriert seit 15.06.2013

2021-06-13 22:07:03 Uhr
Ja, ich mag die Platte auch sehr. Sehr schönes ruhiger gehaltenes Spätwerk der Herren. Ob es ihr bestes ist...? Es ist anders. Aber dieser Stil steht ihnen auch sehr gut.

Eliminator Jr.

Postings: 1044

Registriert seit 14.06.2013

2021-06-13 13:29:24 Uhr
Klassiker. Ein Song hat es auch in meine Top100 Songs aller Zeiten geschafft ;)

Felix H

Mitglied der Plattentests.de-Chefredaktion

Postings: 7407

Registriert seit 26.02.2016

2021-06-13 12:49:56 Uhr
Oh ja, wirklich tolle Platte. Sehe es auch so, dass sie vor allem als Gesamtwerk funktioniert, für mich sticht auch wenig heraus.

Affengitarre

User und News-Scout

Postings: 9241

Registriert seit 23.07.2014

2021-06-13 12:36:37 Uhr
Es bleibt wohl mein liebstes Album der Band, auch wenn man es mit einigen anderen Sachen eher schwer vergleichen kann. Der ruhigere, ernstere Sound steht ihnen richtig gut, die verschiedenen Songs werden durch kleinere Experimente immer wieder aufgelockert. Highlights wählen ist schwierig, weil eigentlich jeder Song fantastisch ist und keiner schwächelt.
Zum kompletten Thread

Hinterlasse uns eine Nachricht, warum Du diesen Post melden möchtest.

Bestellen bei Amazon

Threads im Plattentests.de-Forum

Anhören bei Spotify