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Snow Patrol - Up to now

Snow Patrol- Up to now

Polydor / Universal
VÖ: 20.11.2009

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Pipi in den Augen

2006 war das Jahr, in dem selbst den härtesten Männern die Tränen kamen. 2006 veröffentlichten Snow Patrol ihre viertes Studioalbum "Eyes open" und damit auch ihren bisher größten Hit "Chasing cars". Man durfte den Song für pathetischen Schmalzmist halten, klar. Aber irgendwann hatte er dann doch Jeden erwischt. Snow Patrol hatten einen Song geschrieben, der bleiben wird. Unkaputtbar.

Das vibrierende Zentrum der Best-of-Platte "Up to now" liegt dann natürlich auch bei Songs wie jenem "Chasing cars", bei "Shut your eyes", "Run", "Take back the city". Bei den Stücken jener Alben also, die Snow Patrol den kommerziellen Erfolg brachten und sicherten. Da wären: "Final straw", das erste große Leuchtfeuer der Band aus 2003, das große Durchbruchsalbum auf internationaler Ebene mit über fünf Millionen verkauften Exemplaren ,"Eyes open", und nicht zuletzt "A hundred million suns" aus 2008. Letzteres konnte den Erfolg der beiden Vorgänger zwar nicht wiederholen, aber für die tägliche Grundversorgung der Band und eine ordentliche Rente sollten die Verkaufszahlen schon noch reichen. Die drei neuen Stücke auf "Up to now", angeführt von der Single "Just say yes", sollten ihren Teil dazu beitragen können.

Neben den üblichen Hits, Hits, Hits haben Snow Patrol aber auch einige Kuriositäten auf "Up to now" versteckt. Ähnlich wie Travis mit ihrer grandiosen Coverversion von "Hit me baby one more time" versuchen sich auch Snow Patrol an einem großen Popsong. Und ganz anders als Travis gehen Snow Patrol mit ihrer Version von Beyoncés "Crazy in love" ziemlich baden. Natürlich, es ist ein Song, den man so von Snow Patrol nicht erwartet hätte, inklusive Rap. Allerdings fehlt "Crazy in love" das, was Travis' Cover auszeichnete: die Eigenständigkeit in der Interpretation und eine große Portion Humor. "Crazy in love" ist im Gegensatz dazu überflüssig. Weitere Kuriositäten sind Songs wie "You are my joy" und "Cartwheels", die nicht direkt von Snow Patrol selbst, sondern vom Nebenprojekt The Reindeer Section stammen.

Was man der Band hoch anrechnen kann, ist, dass sie auch älterem, kommerziell kaum erfolgreichem Material der ersten beiden Alben "Songs for polarbears" und "When it's all over we still have to clear up" Raum geben. Von letzterem finden sich gleich vier Stücke auf der ersten CD, denen man einerseits noch die Unbekümmertheit und Verspieltheit anhört. Die aber andererseits auch ganz deutlich den Weg für den zukünftigen, geschliffenen Bandsound weisen. Vom 1998er-Debüt "Songs for polarbears" gibt es die Single "Starfighter pilot" und das düstere "Fifteen minutes old" zu hören, das die Frage aufwirft, warum es eigentlich so lange gedauert hat, bis Snow Patrol auch den richtigen Männern die Pipi in die Augen getrieben hat? Das Leben ist manchmal einfach ungerecht.

(Kai Wehmeier)

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Highlights

  • Chasing cars
  • Run
  • Dark roman wine
  • Fifteen minutes old

Tracklist

  • CD 1
    1. Chocolate
    2. Chasing cars
    3. Crack the shutters
    4. Set the fire to the third bar (feat. Martha Wainwright)
    5. Crazy in love
    6. Just say yes
    7. Batten down the hatch
    8. You're all I have
    9. Hands open
    10. Cartwheels
    11. The planets bend between us
    12. Ask me how I am
    13. On/off
    14. Making enemies
    15. Run (Mencap little noise sessions, live at the Union Chapel)
  • CD 2
    1. Take back the city
    2. Shut your eyes
    3. An olive grove facing the sea (2009 version)
    4. Run
    5. Give me strength
    6. Signal fire
    7. Spitting games
    8. Open your eyes
    9. Dark roman wine
    10. Fifteen minutes old
    11. You are my joy
    12. The golden floor
    13. Starfighter pilot
    14. PPP
    15. Chasing cars (Mencap little noise sessions, Live at the Union Chapel)

Gesamtspielzeit: 119:34 min.

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