Alison Krauss - The essential Alison Krauss

Alison Krauss- The essential Alison Krauss

Decca / Universal
VÖ: 18.09.2009

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 4/10

Dollys Tochter

Alison Krauss ist ein echtes Country-Darling. Sie ist rustikal genug, um als Mitglied der Grand Old Opry akzeptiert zu werden, aber auch cool genug für ein - nebenbei phänomenales - Album mit Robert Plant. "The essential Alison Krauss" ist nun ein Angebot nicht nur für jene, die durch "Raising sand" erstmals auf ihre glockenhelle Stimme gestoßen sind. Durch eine naheliegende, aber unüblich gewordene Kreuzung von Bluegrass und Folk verschaffte sich Krauss schnell Anerkennung in Nashville. Seit der ehrwürdigen Dolly Parton hatte kaum jemand die moderne Appalachian Music mit so viel Hingabe gepflegt. Mit dem flotten Picking und den sanften Chops von Union Station sammelte sie fleißig Grammys ein. Aktueller Zwischenstand: 26. Und nebenbei zeigte sie der werten Kollegin Shania Twain, wie man den Pop-Crossover schafft, ohne sabbernde Grütze zu produzieren.

Natürlich stammt vom bereits erwähnten "Raising sand" auch gleich der beste Song: In "Sister Rosetta goes before us" hält sich Plant vornehm zurück und lässt so reichlich Platz für einen unheimlichen Groove und spanische Zigeunerklänge, zu denen sich Krauss in gefährlicher Verführung winden kann. Ganz so skelettiert kommt der Rest dieser Zusammenstellung nicht daher. Oft herrscht ein geschmackvolles Bluegrass-Setting vor, in dem "Simple love", "The lucky one" oder "Let me touch you for a while" einfach die unaufgeregten Liebeslieder sein dürfen, die sie sind. Zwar fehlt das berückende "Down to the river to pray" vom "O brother, where art thou?"-Soundtrack, aber Menschen mit Kitsch-Allergie sollten sich dennoch in Acht nehmen.

Es geht allerdings auch zupackender: "So wrong, so wrong" kommt durch ein munteres Banjo in die Gänge, und die fiddelnde Hillbilly-Wucht von "Sawing of the strings" ließe Springfields Rich Texan im Takt in die Luft schießen. Yeehaw! Diese flotten Bluegrass-Varianten könnten auch europäischen Ohren gefallen. Und wenn zwischen diversen Livetracks Keith Whitleys "When you say nothing at all" erklingt, gefällt einem das gleich viel besser als Ronan Keatings schmalziges Cover. Was natürlich nicht heißt, dass die Arrangements von Fiddle, Mandoline, Banjo und Pedal-Steel den Schmalz weiträumig umfahren würden. Das ist höchst kompetent, oft charmant, manchmal sogar wunderschön, aber beizeiten etwas beliebig. Verglichen mit dem deutlich weniger traditionellen Sound von "Raising sand" zieht "The essential Alison Krauss" daher den Kürzeren. Vielleicht sollte sie sich einfach öfter von T-Bone Burnett produzieren lassen.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • Sister Rosetta goes before us
  • So wrong, so wrong
  • Sawing of the strings

Tracklist

  1. Simple love
  2. Sister Rosetta goes before us
  3. Let me touch you for awhile
  4. The lucky one
  5. So long, so wrong
  6. Empty hearts
  7. Every time you say goodbye
  8. Wish I still had you
  9. Broadway
  10. Baby, now that I've found you
  11. Sawing on the strings
  12. Restless
  13. When you say nothing at all
  14. A living prayer

Gesamtspielzeit: 51:00 min.

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