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King's X - Manic moonlight

King's X- Manic moonlight

Metal Blade / SPV
VÖ: 01.10.2001

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Der Mann im Mond

Als eine der wenigen progressiven, soul-angehauchten Rockbands gelingt es King's X, in schöner Regelmäßigkeit hochklassige Alben auf den Markt werfen. Dabei schaffen sie es, trotz aller Engagements in Nebenprojekten (Platypus, Poundhound) ein ums andere Mal, all ihren Trademarks wie mehrstimmigem Gesang, beatlesken Harmonien und den grandiosen Baß:läufen treu zu bleiben.

Auch auf "Manic moonlight", dem mittlerweile neunten Album der Kapelle aus Houston, ändert sich daran nichts. Bereits der Opener "Believe" sorgt dafür, daß es in den Füßen zunächst langsam, dann aber immer bestimmter zu zucken beginnt. Dieser Sound geht ohne Umwege ins Blut. War der komplizierte Vorgänger "Please come home... Mr. Bulbous" eher düster angehaucht, so stehen nun wieder ausgelassenenere Klänge im Vordergrund. Oft genug erinnert das Album an eine einzige Jam-Session, obwohl es von lediglich drei Personen eingespielt wurde und die Produktion von Ty Tabor ihr übriges zu einem wuchtigen Sound beiträgt.

Die handwerklichen Fähigkeiten der Herren Doug Pinnick, Ty Tabor und Jerry Gaskill stehen ohnehin seit jeher außerhalb jeder Diskussion und scheinen wie nicht von dieser Welt. Zu erklären, daß Doug Pinnick neben Größen wie John Myung (Dream Theater) oder Geddy Lee (Rush) einer der besten Bassisten des Genres ist, hieße beispielsweise, Eulen nach Athen tragen. Genau diese Vorzeichen aber sind es auch, die so manches Album einer progressiven Band zu einem Ritt auf der Rasierklinge werden läßt - zu schnell kann man sich im Dschungel des selbstverliebten Gefrickels verlieren. Auch auf "Manic moonlight" wird diese Schwelle des öfteren angekratzt, wie "Yeah" unter Beweis stellt: ein netter Jam, eine grandiose Baßwand, doch nach dem erhofften Song sucht man vergeblich.

Trotz aller Kompaktheit der Tracks schaffen es King's X nicht, den Spannungsbogen über die komplette Spielzeit des Albums zu ziehen. Die Feinheiten nämlich, die dafür sorgen, daß aus einem guten Album wie "Manic moonlight" ein herausragendes wird, sind vermutlich in den verschiedenen schweißtreibenden Sessions steckengeblieben und dafür etliche offenkundige Längen hinzugekommen. Meisterwerke wie "Gretchen goes to Nebraska" oder "King's X" gehören zumindest vorübergehend der Vergangenheit an. Und nachdem sich die Glühbirne vom Cover des Vorgängeralbums "Please come home... Mr. Bulbous" noch nicht über Saftmangel beklagen konnte, läßt der Mann im Mond sein "Manic moonlight" zumindest vorerst eher auf Sparflamme flackern.

(Markus Bellmann)

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Highlights

  • Believe
  • Static
  • Skeptical winds

Tracklist

  1. Believe
  2. Manic moonlight
  3. Yeah
  4. False alarm
  5. Static
  6. Skeptical winds
  7. The other side
  8. Vegetable
  9. Jenna
  10. Water ceremony

Gesamtspielzeit: 45:39 min.

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