Fall Out Boy - Believers never die - Greatest hits

Fall Out Boy- Believers never die - Greatest hits

Universal
VÖ: 27.11.2009

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 5/10

Kein Herz für Trolle

Entschuldigung, das läuft so nicht! Mag ja sein, dass die meisten Leser dieses Textes nur deshalb mal hier vorbei geschaut haben, weil sie auf einen Verriss hofften. In einer repräsentativen Umfrage unter 100.000 Plattentests.de-Forumstrollen kam letztens raus: 99,9% von ihnen finden Fall Out Boy so schlecht, dass ihnen während Fall-Out-Boy-Songs schon mal die Nasenhaare ausgefallen sind (9%) oder sie sich die Ohren amputieren lassen wollten (33%). 58% hingegen verstopfen aus Protest das Forum mit ihrem Gequassel, in der Hoffnung, damit ein Zeichen setzen zu können: "Nie wieder Fall Out Boy auf Plattentests.de!" Aber das läuft hier einfach so nicht, liebe Trollinnen, Trolle und sonstigen Hater. Auch die vorliegende Platte wuchtet die Chefredaktion garantiert wieder auf die Startseite, und das hat nicht etwa damit zu tun, dass es aktuell an Startseiten-Themen mangeln würde. Sondern eher damit, dass es hier sowieso nicht viel Neues gibt.

Es war einmal in Amerika: Vor ein paar Jahren, Plattentests.de war noch trollfreie Zone, fanden sich ein paar junge Männer zusammen, um gemeinsam Musik zu machen. Ihre Frisuren waren schon damals frech, ihr Einzugsgebiet blieb allerdings zunächst auf Kellerbutzen und Clubs beschränkt. Der Rest ist fast zu amerikanisch, um nicht aus einem Skript für Hollywood zu sein: Aus den saukleinen Kaschemmen ging's für unsere Musiker über die mittelkleinen Kaschemmen in die fastgarnichtmehrkleinen Kaschemmen. Von dort war's über Mund-zu-Mundpropaganda nicht mehr weit in die Arme der großen Industrie, in die Klatschspalten, Werbeverträge, Radioprogramme und die Billboard Top 100 - und von dort sogar bis hierher. Die alten Fans machten schon längst nicht mehr mit, die Rock Hard druckte beinahe einen Report über den Verlust der "Street Credibility" in der Rockmusik und hätte diese Band als Aufhänger genutzt. Vor Schreck war Black Metal kurz davor, sich selbst aufzulösen. Die Band, die so untrue war, hätte auch Bon Jovi heißen können, ist aber natürlich Fall Out Boy. Denken Sie sich hier bitte ein paar Buh-Rufe dazu. Dankeschön.

Und jetzt stehen Fall Out Boy schon wieder auf der Startseite. Mit einer Platte, die vollgepackt ist mit 18 Radiohits und viele Rockfans dort treffen wird, wo es am meisten wehtut: mitten ins Gewissen. Und das ironischerweise mit einer Ladung Songs, die keinem wehtun. "Believers never die - Greatest hits" macht souverän die Best-Of-Chronik und schickt alle Knaller auf die Bühne, die schon mal geknallt haben. Als da wären: die Hits der Kaufhaus-Emo-Platten "From under the cork tree" und "Infinity on high", ein paar Nicht-Knaller vom letzten Album "Folie à deux", bislang Unveröffentlichtes und die ein oder andere Jugendsünde dazu. Wenn Fall Out Boy im Jackson-Cover "Beat it" mit Disco-Beats, Lalala und Pseudo-Gitarren Poppunk auf Filmriss-Partyscore reduzieren, fühlen sie sich so authentisch an wie die aufgespritzten Lippen von Lindsay Lohan. Und bei jedem Alibi-Riff aufs Neue kann man es verstehen, wenn der Verstand der Leserschaft protestiert. Das Tanzbein kapituliert trotzdem. Eine Compilation wie Feiertagsstress, Sissi-Trilogie und eine Tüte Lebkuchenherzen: Die fieseste Heimsuchung kommt immer am Jahresende. Protest zwecklos. Und jetzt trollt Euch.

(Sven Cadario)

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Highlights

  • Sugar, we're goin' down
  • Dance, dance
  • Thnks fr th mmrs

Tracklist

  1. Dead on arrival
  2. Grand theft autumn/Where is your boy
  3. Saturday
  4. Sugar, we're goin' down
  5. Dance, dance
  6. A little less sixteen candles, a little more "Touch me"
  7. This ain't a scene, it's an arms race
  8. Thnks fr th mmrs
  9. Thetake over, the breaks over
  10. I'm like a lawyer with the way I'm always trying to get you off (me & you)
  11. Beat it
  12. I don't care
  13. American suitehearts
  14. What a catch, Donnie
  15. Alpha dogs
  16. From now on we are enemies
  17. Yule shoot your eye out
  18. Growing up

Gesamtspielzeit: 64:59 min.

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