Dead Man's Bones - Dead Man's Bones

Dead Man's Bones- Dead Man's Bones

Anti / Indigo
VÖ: 09.10.2009

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Die Monster WG

Vielleicht sind es nur die Vorurteile. Kann ja sein. Schließlich sind die Menschen schier zerfressen davon. Und so ist es gut möglich, dass die ganzen armen Schauspieler nichts dafür können. Hollywoodstar X nimmt ein Album auf und wird von Presse und Publikum in der Luft zerrissen, TV-Darstellerin Y veröffentlicht ihre erste Single und niemand will so richtig Beifall klatschen. Pff, ja, klar. Vorurteile. Meistens liegt es dennoch ganz klar daran, dass sich die betreffende Person zumindest eines ihrer beiden neuentdeckten "Talente" schlicht einredet. Als ob man Jeanette Biedermanns Musik gut finden würde, wenn sie ihre Nase nicht in alle Kameras südlich des Privatsender-Äquators gehalten hätte! Das ist Unsinn! Nimmt man dann andererseits einen Schauspieler wie Ryan Gosling, tut sich nicht umsonst der riesige Äpfel-und-Birnen-Vergleich auf. Der macht seine Sache gut. Beide. Film und Musik.

Denn Gosling steht für die eine Hälfte von Dead Man's Bones. Die andere ist Zach Shields. Die beiden Männer kennen sich, weil sie zufällig mal mit Schwestern zusammen waren (was sie beide mittlerweile nicht mehr sind), und da fanden sie sich so sympathisch (was sie sich immer noch sind), dass sie eine Band ins Leben riefen (in der sie immer noch spielen). Ursprünglicher Gedanke war, eine Oper auf die Beine zu stellen, über Monster, Halloween, Grusel, Grauen und mit viel Gänsehaut. Als die beiden merkten, dass dies ein schwieriges Unterfangen war, beließen sie es bei einem Album. So viel Bodenständigkeit muss so mancher Kollege in holy Hollywood erst noch lernen. So brachten es Gosling, Shields und der Kinderchor des Silverlake Conservatory of Music, der eigens für die Aufnahmen engagiert wurde, auf ein geradezu monströses Debüt, das komplett in Eigenregie entstand. Jedes Klatschen, jedes Instrument, ja, sogar jeder noch so kleine Schnipser kommt von Herzen. Und wenn sie die Instrumentierung vielleicht vorher nicht beherrscht haben - so haben sie es im Studio eben gelernt. Ja, Kinder, das ist noch echte Musik.

Wer das muntere Treiben bereits im Vorfeld verfolgt hat, wird einerseits überrascht sein, dass es nicht alle Demos auf das Album geschafft haben, und andererseits, dass jene Songs, bei denen dies der Fall war, nun ganz anders klingen. "In the room where you sleep" etwa, für das vor einiger Zeit eigens ein Video erstellt wurde, klingt in der bearbeiteten Version deutlich poppiger, mit ein paar verrückten Loops hier und da, während der ehemals recht vordergründige Kindergesang komplett ins Nirvana verbannt wurde. "Buried in water" ist fast schon zu düster, um für eine minderjährigenfreundliche Halloween-Geschichte zu taugen, stattdessen gibt es hier mehr Saures als Süßes und einen Gosling, der das Gesangstalent seiner tiefen Stimme eindrucksvoll unter Beweis stellt. Nach dem nicht nur vom Titel her eher lustigen "My body's a zombie for you" darf auch Shields an Mikrofon, und das Mitklatsch- und Mitmachtreiben bei "Pa pa power" ist, elektronisches Piano inklusive, nicht nur Dank des wortwörtlichen Gewitters zur Mitte hin ein echtes Highlight. "Paper ships" wurde im Vergleich zum wunderschönen Demo hingegen kaum geändert und bleibt einer der wenigen, rundum ehrlichen balladesken Songs des Albums. Zum Schluss gibt es dann noch einen kurzen, aber sehr gelungenen Abschluss mit "Flowers grow out of my grave", und bitte, wer sich das nun bildlich vorstellen mag: Sie leben. Sie blühen. Ein echtes Happy End.

(Jennifer Depner)

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Highlights

  • My body's a zombie for you
  • Pa pa power
  • Paper ships
  • Lose your soul
  • Flowers grow out of my grave

Tracklist

  1. Intro
  2. Dead hearts
  3. In the room where you sleep
  4. Buried in water
  5. My body's a zombie for you
  6. Pa pa power
  7. Young & tragic
  8. Paper ships
  9. Lose your soul
  10. Werewolf heart
  11. Dead man's bones
  12. Flowers grow out of my grave

Gesamtspielzeit: 44:13 min.

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