Ampersand - Macro

Ampersand- Macro

Chiller Lounge / Connected
VÖ: 24.09.2001

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Rheinische Hartkürbisse

"If you have normal hearing, this method number one should result in a noticable improvement in the overall sound-quality of your stereo system" lautet die Begrüßung. Dann erzeugen eine Gitarre und die Hi-Hat einen flirrenden Sound, bis der verzerrte Bass und das komplette Schlagzeug den wohlgezielten Schlag in die Magengrube versetzen. Nicht so sehr was sondern wie Ampersand spielen läßt dem Zuhörer zunächst den Mund offenstehen. Als erste Assoziation entspringt diesem "härtere Smashing Pumpkins", was vom einsetzenden Gesang gar noch unterstrichen wird.

Beim Weiterhören kommen dem Konsumenten dann noch ein paar andere Bands in den Sinn, die man schon seit einiger Zeit schmerzlich vermißt: Die guten alten Sonic Youth klingen da durch, Mudhoney, dann wieder Helmet oder das Caspar Brötzmann Massaker. Ampersands Songs sind alles andere als leichte Kost für zwischendurch, sondern sperrig und unvorhersehbar, und halten auch beim x-ten Durchlauf noch Überraschungen bereit. So entdeckt man beispielsweise bei intensiver Beschäftigung mit diesem Album plötzlich immer mehr Sprengsel eines Stils, der vor etwa 15 Jahren mal unter dem Etikett "Indie-Rock" firmierte.

Ampersand spannen auf "Macro" einen großen Bogen, unter dem sie scheinbar mühelos unzählige Einflüsse aus zwei Dekaden alternativer Musik verschmelzen. Der sehr eigenständige Sound der Band wurzelt dabei deutlich im Noise-Bereich, entzieht sich aber durch den geschickten Einsatz verschiedenster Stilmittel jeder weiteren Kategorisierung. Melancholie trifft mit voller Wucht auf ein tobendes Bassgewitter, trotzdem entsteht an der betreffenden Stelle kein Bruch, sondern ein fließender Übergang.

Nach diesem grandiosen Debüt müssen sich die drei Bonner mächtig ins Zeug legen, um ihren selbstgesetzten Standard zu halten. Kein leichtes Unterfangen, aber sicher auch nicht aussichtslos: Denn daß Ampersand einiges auf dem Kasten haben, zeigt "Macro" ohne die Spur eines Zweifels. Wenn sie schlau genug waren, nicht das ganze Pulver auf einmal zu verschießen, dann macht sich hier gerade eine große Nachwuchshoffnung an die Arbeit, ein paar der Lücken zu füllen, die abgetretene Bands gelassen haben.

(Rüdiger Hofmann)

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Highlights

  • Astray
  • Dot
  • Never question reason
  • 800 ft.

Tracklist

  1. Transit L
  2. Iron cobra
  3. Astray
  4. Nebosius' revenge
  5. Rock-ola
  6. Catch 22
  7. Flat
  8. Dot
  9. Zip-locked
  10. Never question reason
  11. 800 ft.
  12. Macro
  13. Haft rate

Gesamtspielzeit: 52:10 min.

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