Alec Ounsworth - Mo beauty

Alec Ounsworth- Mo beauty

Anti / Indigo
VÖ: 16.10.2009

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 5/10

Nuschelrock 3

Juhu! Endlich! Clap Your Hands Say Yeah melden sich nach zwei Jahren und angeblicher Pause zurück mit ihrem dritten Studioal...einen Augenblick, falsch. Ist ja nur der Sänger, Alec Ounsworth. Naja, immerhin der Sänger, da kennt man die Stimme ja bereits, das klingt also bestimmt eh alles gleich ... wieder falsch! Der Mann lässt sich weder in die Karten schauen noch ein X für ein U vormachen, und so erinnert auf seinem Solodebüt "Mo beauty" zwar viel an seine New Yorker Band - aber eben nicht alles. Der nölige, nuschelnde Gesang, der sich anhört, als würde Ounsworth in beiden Backentaschen ein Bonbon verstecken, klar, der muss sein. Dennoch überrascht dieses Album an mehr als nur einer Stelle.

Diese Besonderheit kündigt sich bereits im ersten Song an: "Modern girl (...with scissors)" besticht durch den gewohnt hektischen, fast schon panischen Rhythmus, trumpft aber zusätzlich mit einem Orchester erster Klasse auf, durch das sich wiederum ein Saxophon schlängelt, als müsse es irgendwie am Sänger vorbei. Überhaupt ist die Instrumentierung ein durchgängiges Highlight. Sei es im akustischen "Holy, holy, holy Moses (Song for New Orleans)", das dem Entstehungsort des Albums huldigt, oder beim quirligen "South Philadelphia (Drug days)", das mit seinen "Whoooo"-Refrains und Bläsern Lebensfreude wie kaum ein anderes Stück versprüht. Ounsworth legt hier nicht nur ein Album vor, an sich der Hörer erfreuen kann. Er erzählt ihm außerdem eine Geschichte, auf der man selbst noch aufbauen kann - und das mit textlichen Qualitäten, die so ziemlich alles von Clap Your Hands Say Yeah in den Schatten stellen.

"What fun" gewährt dann einen Einblick in das Seelenleben des Sängers, auch wenn er dabei so stark nuschelt, dass man ihn kaum versteht. Die Melodie konterkariert den Text, und munter und fröhlich nähert man sich dem Ende, das nach knappen vierzig Minuten viel zu früh erscheint. "Obscene queen bee no. 2" hilft da über den beginnenden Trennungsschmerz hinweg. Die Fortsetzung eines Stücks von Flashy Python - einem weiteren Nebenprojekt Ounsworths - überzeugt dank Orgel und Pedal-Steel-Gitarre und stellt klar, dass es sich bei diesem Soloalbum nicht nur um einen kleinen Ausflug handelt, sondern mehr dahintersteckt. Vielleicht der stärkste Song, der zeigt, dass Ounsworth selbst bei einem tatsächlichen Ende von Clap Your Hands Say Yeah das Zeug dazu hätte, es alleine zu schaffen. Wahre Schönheit kommt bekanntlich von innen - und "Mo beauty" ist dafür das perfekte Beispiel.

(Jennifer Depner)

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Highlights

  • Holy, holy, holy Moses (Song for New Orleans)
  • South Philadelphia (Drug days)
  • What fun
  • Obscene queen bee no. 2

Tracklist

  1. Modern girl (...with scissors)
  2. Bones in the grave
  3. Holy, holy, holy, Moses (Song for New Orleans)
  4. That is not my home (After Bruegel)
  5. Idiots in the rain
  6. South Philadelphia (Drug days)
  7. What fun
  8. Me and you, Watson
  9. Obscene queen bee no. 2
  10. When you've no eyes

Gesamtspielzeit: 39:18 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Denniso
2010-01-06 11:38:28 Uhr
Sonst keiner hier? Schöne Platte, reinhören und sich wohlfühlen.
bee
2009-12-02 10:45:20 Uhr
feine Indierock Platte vom Clap Your Hands Say Yeah Mann - irgendwo zwischen Swamp und Songwriter - gut!
ear: http://www.myspace.com/alecounsworth
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