Atlas Sound - Logos

Atlas Sound- Logos

Kranky / 4AD / Beggars / Indigo
VÖ: 16.10.2009

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Dürre Schatzinsel

Stille ist nie Stille. Das weiß auch Bradford Cox. Der kreative Kopf bei Deerhunter legt mit "Logos" nun das zweite Atlas Sound Album nach und bohrt in den sonst nicht beachteten Tönen herum. Digitales Rauschen wird als Hinterzimmer zum Musizieren genutzt, um dort so manches Dröhnen nach oben zu verfrachten und aus ihm noch eine Melodie herauszustanzen. Dabei fällt so manches heraus, das an einen Pool beherrscht von einem monochromen Teddy erinnert.

Bei "Walkabout" stellt sich zwangsläufig die Frage, wer hier eigentlich wen eingeladen hat, klingt das ganze doch so wie ein frischer Song von Panda Bear. Eine stampfende, kleine Melodie, hallende Stimmen, alles abgehakt. Doch wirkt das nicht wie ein Fremdkörper, sondern wie eine Weiche, auf die die ersten beiden Songs schon gluckernd Kurs genommen hatten. Und schon erfolgt die Mahnung: "Forget the things you left behind / For looking back you may go blind." Das wirkt abgeklärt, aber es schimmert glitzernd hinter dem Trüben. Also gibt es Schelmereien wie "Attic lights", das zum Schluß nochmal eine Schippe Streicherei drauf legt, um dann in den Abgrund zu schielen, der sonst so gekonnt umschifft wird. Wenn "Sheila" sein "We'll die alone together" rausholt, nur um dann mit stursinnig optimistischen Gitarren zu verschwinden, bleibt ein wissendes Grinsen zurück.

Kaum vorstellbar, dass Songs wie "Quick canal", das sich die Vocals von Laetitia Sadier holt, irgendwann ein Ende haben. In sich gekehrt steigt dieser bis unter die Decke und bleibt dort hängen, bis sich jemand erbarmt und ihn an der Schnur wieder nach unten zieht. Die Beats poltern trotzig, stampfen sich fest und versuchen die Stimme zu begraben, und doch scheint diese immer wieder durch. Das sind zentrale Momente von "Logos": wenn alles auf der Kippe steht, aber die Balance gehalten wird. Tragik liegt eben auch in der Komödie und andersrum.

Wenig später soll sich dann "Kid klimax" die Zähne an seiner eigenen Eisigkeit ausbeißen, nur um dann doch langsam auseinander zu reißen. Unter allem findet sich etwas, es muss nur tief genug gebuddelt werden, damit sich das Verspielte offenbart. "Logos" streckt seine Arme in alle Richtungen aus und scheint unbekümmert vor sich hin. "Logos is the king of night / Always would invent the way / Spirits floating in the night / Will they ever find their way." Das Leben ist Mist, doch das ist okay.

(Björn Bischoff)

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Highlights

  • Walkabout
  • Attic lights
  • Quick canal

Tracklist

  1. The light that failed
  2. An Orchid
  3. Walkabout
  4. Criminals
  5. Attic lights
  6. Shelia
  7. Quick canal
  8. My Halo
  9. Kid klimax
  10. Washington school
  11. Logos

Gesamtspielzeit: 43:54 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
DerMeister
2010-11-23 19:01:52 Uhr
Eins meiner Lieblingsalben von 2009.
Einzelkind
2010-11-23 18:50:44 Uhr
Herr Cox bieter gerade zwei Demo-Alben auf seinem blog kostenlos zum Download an.

http://deerhuntertheband.blogspot.com/

Einmal mehr steigt meine Sympathie für den Herrn.
kretiker
2010-06-17 08:47:10 Uhr
hab die platte grade erst kennengelernt. war nach dem ersten durchhören total begeistert und würde 9/10 geben. besonders die ersten 4 songs hintereinander sind schon eine klasse für sich. schätze aber, dass die cd mit weiteren durchgängen leider abnehmen wird.
dionisio
2009-12-10 02:22:38 Uhr
geil.
virginia
2009-12-09 20:02:24 Uhr
http://pitchfork.com/tv/#/episode/2080-atlas-sound/1

Killer

Im Deerhunter forum gibt es einen übrigens einen Downloadlink dieses Songs.
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