Le Loup - Family

Le Loup- Family

Talitres / Rough Trade
VÖ: 25.09.2009

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Entbunden

Können kinderlose, vollzeitbeschäftigte Musiker in Elternteilzeit gehen, wenn sie mit einem Album schwanger gehen und es dann veröffentlichen? Falls Sie das lesen, Frau von der Leyen, wären wir Ihnen für eine klärende Antwort dankbar und untermauern die Frage auch gerne mit Le Loup als Belegexemplar. Genetisch hat das Quintett zwar nix miteinander zu tun, dafür teilen sie sich aber Tourbett, Familientourvan, Songwriting und Gesang. Und "Family" hat im neunten Monat des Jahres 2009 das Licht der Welt erblickt! Le Loup hätten wahrlich eine Freistellung vom Studioleben verdient, um sich dem diskographischen Nachwuchs auf ausgiebiger Tournee zu widmen. Falls nicht: Es wäre der erste Mängelpunkt rund um die Geburt eines homogenen Experimental-Psychdelic-Folk-Pop-Albums.

Im Bad der Harmonien geben "Saddle mountain" und "Beach town" den Ton an und arbeiten wie die Fitnesstrainer eines Spinning-Kurses. Sie machen vor, was die anderen Songs fortsetzen und für hilfreich befinden. Da sind die dominante Drum-Note, der mehrstimmige Gesang, die Rückbesinnung auf das Banjo, und auch die esoterisch-psychedelische Spur einer Hippiekommune geht nie ganz verloren. "Forgive me" etwa schickt den Hörer zum abstrusen Stammestanz, ehe das banjogetriebene Folkstück "Go east" für Bodenhaftung sorgt.

"Golden bell" posiert mit seiner kirchlich-choralen Anmutung wie ein Interlude und übergibt in etlichen Sekunden der Stille. Was nun? Ein bedächtiges Intro für "Sherpa", das sich zu einer Party für kleines Effektgeschnetzeltes mausert und deutlich macht, wie fein gesät dieses bereits auf den zurückliegenden Songs war. Und so flirrt es in "Neahkahnie" auch nur abseits des Wechselspiels von Akustikgitarre und Banjo. Plakativ ist höchstens die anlaufende Zeitanzeige bei "A celebration": 7:54 Minuten. Das reicht für Le Loup aus, um den Hörer durch ein Meer aus Drums und umhergeisternden Gesängen führen. Gotthilf Fischer hätte seine wahre Freude an der Affinität zum mehrstimmigen Gesang und würde das Quartett wohl direkt hoch auf den gelben Tourwagen bugsieren. Vorausgesetzt, Ursel gibt ihr GO.

(Stephan Müller)

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Highlights

  • Saddle mountain
  • Beach town
  • Neakahnie
  • A celebration

Tracklist

  1. Saddle mountain
  2. Beach town
  3. Grow
  4. Morning song
  5. Family
  6. Forgive me
  7. Go east
  8. Golden bell
  9. Sherpa
  10. Neahkahnie
  11. A celebration

Gesamtspielzeit: 46:52 min.

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  • Le Loup (20 Beiträge / Letzter am 04.08.2008 - 22:42 Uhr)