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One Man And His Droid - Où est le magnétophone?

One Man And His Droid- Où est le magnétophone?

Defiance / Zomba
VÖ: 03.09.2001

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Auf der Suche

Die mit der Blechbüchse tanzen - stammt der Bandname "One Man And His Droid" doch von einem alten C64-Klassiker - sind die nächsten Kandidaten, die sich nach den Achtungserfolgen ihrer Labelmates Pale, Ambrose und Three Minute Poetry anschicken, die Herzen der Hörerschaft im Sturm zu erobern. Daß One Man And His Droid auf ihrem Debüt durchaus mit hoch gesteckten Ambitionen in Saiten und Tasten greifen, läßt sich kaum bestreiten. Ob vorangegangene Erfolge der erwähnten Kollegen wiederholt, oder gar getoppt werden können, scheint eher aber unwahrscheinlich. Zwischen mal knarzigen, mal weichen Indierock gesellt sich die ein oder andere elektronische Spielerei, und durchgehende Professionalität läßt ebenfalls grüßen.

Dennoch - die großen Überraschungen bleiben aus. Aufwühlende Zwischenspiele zwischen den Songs überdecken bei One Man And His Droids Suche nach dem Kassettenspieler ("magnétophone") ihre zahlreichen Schwächen mehr als unzureichend: Die fehlende Dynamik, die im Ansatz recht launige Stücken wie "You're welcome" oder "Flags and books" beinahe komplett ruiniert. Die emotionale Kälte, die sich in den unterkühlten Beats von "Camera reflex" besonders deutlich widerspiegelt. Zu viele Unzulänglichkeiten dieser oder ähnlicher Couleur bringen One Man And His Droid bisweilen an den Rand des Systemabsturzes. Ein Austausch der Schaltkreise wäre sicherlich angebracht, um aus dem verbeulten Spielkameraden für einen Nachmittag einen Freund fürs Leben zu machen.

Frustriert aufspringen möchte man, wenn erst einmal klar wird, welche Chancen hier in bester Oliver Bierhoff-Manier ein ums andere Mal versemmelt werden. Warum versprühen die ruhigen Momente nicht immer den zauberhaften Charme eines "This is why she's here"? Wieso ist die natürliche, aber mindestens ebenso simple Rotzigkeit eines "Postcards from heaven" wirkungsvoller als viele der allzu künstlich aufgeblasenen Synthie-Frickeleien? One Man And His Droid scheitern nicht an fehlender Raffinesse oder mangelnder Musikalität. Sie scheitern an den eigenen Ambitionen.

(Sven Cadario)

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Highlights

  • Summer shapes
  • Postcards from the sea
  • This is why she\'s here

Tracklist

  1. Summer shapes
  2. You're welcome
  3. Où est le magnètophone?
  4. Flags and books
  5. Killing April
  6. This is why she's here
  7. Postcards from the sea
  8. The name of this place is still nowhere
  9. Camere reflex
  10. A puzzle, a question
  11. II
  12. Novel trio

Gesamtspielzeit: 41:26 min.

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