Emil Bulls - Phoenix

Emil Bulls- Phoenix

Drakkar / Sony
VÖ: 25.09.2009

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Gespaltene Schädel

Die Emil Bulls haben ein gewaltiges Imageproblem. Und dieses beruht auf "Take on me". Eigentlich ist es völlig egal, was die Band anstellt - sie wird so oder so nichts mehr an ihrem Status als One-Hit-Wonder ändern können. Selbst wenn die Münchener ein so böses metallisches Inferno aufnehmen würden, dass sogar Dimmu Borgir die Ohren bluten, wären sie den wahren Metalheads immer noch zu brav und zu bieder. Und würden sie eine komplexe, rückwärts gespielte Neuvertonung von Mozarts "Zauberflöte" veröffentlichen, wäre das der breiten Öffentlichkeit herzlich egal. Sie würde die Emil Bulls trotzdem weiterhin auf ihren einen Hit reduzieren, der zudem noch eine Coverversion war. Dabei legten die harten Bayern mit "Angel delivery service" und zuletzt "The black path" einige gute bis sehr gute Platten vor und schafften es sogar, unbeschadet aus dem Nu-Metal-Fiasko herauszukommen. Und klingen nun auf "Phoenix" sogar selbstbewusster denn je.

Schon die ersten Sekunden des auf dem Promozettel äußerst passend als Schädelspalter angekündigten Openers "Here comes the fire" machen klar, dass hier Musiker zu Werke gehen, die wissen, wo ihre Stärken liegen. Sänger Christoph von Freydorf hat kaum die ersten drei Silben des Titels ins Mikro gekrächzt, da bricht schon ein so mächtiges Metalgewitter los, dass kein Stein auf dem anderen bleibt. Die zuletzt verstärkt aufgetretenen Metalcore-Anleihen drücken sich also auch auf "Phoenix" in bissigen Riffs, garstigem Gebrüll und Double-Bass-Klopperei aus. Wobei "Here comes the fire" allerdings der wütendste Hassklumpen auf dieser Platte ist. Schon die folgende Single "When God was sleeping" macht klar, dass die treibenden, druckvollen Rock-Arrangements und sphärischen Gesangsmelodien früherer Tage keineswegs verschwunden sind, sondern sich mit der neu entdeckten Mattenschwinger-Attitüde ein fröhliches Stelldichein geben.

Neben weiteren Nackenbrechern wie "Ad infinitum" und "The storm comes in" tummeln sich auf dem neuen Album der Emil Bulls nämlich auch melodiöse Alternative-Songs wie "The architects of my apocalypse" oder "Triumph and disaster". Mit "I don't belong here" schrecken die Bayern nicht einmal vor einer waschechten Klavierballade zurück. Zwar kann "Phoenix" nicht durchgehend so überzeugen wie die ersten drei hochklassigen Stücke. Aber ein homogenes, teils tolles Album haben die Emil Bulls hier allemal aufgenommen. Den Verlust des langjährigen Gitarristen Chrissy Schneider hört man dem Sound jedenfalls in keiner Sekunde an. Vielmehr klingt "Phoenix" wie eine Best Of der bisherigen Bandgeschichte, halt nur ohne alte Songs. Aber weil auch die früheren Platten richtiggehende Perlen enthielten, wäre es vielleicht tatsächlich einmal Zeit für eine Compilation. Ob darauf wohl auch Platz für "Take on me" wäre? War doch schließlich ihr einziger Hit.

(Mark Read)

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Highlights

  • Here comes the fire
  • When God was sleeping
  • Triumph and disaster

Tracklist

  1. Here comes the fire
  2. When God was sleeping
  3. The architects of my apocalypse
  4. Ad infinitum
  5. Triumph and disaster
  6. Man overboard! - the dark hour of reason
  7. The storm comes in
  8. Time
  9. Nothing in this world
  10. Infecting the program
  11. It's high time
  12. Son of the morning
  13. I don't belong here

Gesamtspielzeit: 51:50 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Tino
2009-12-06 13:56:44 Uhr
Also, ich muss sagen dass ich das Album sehr gut finde. Klar schleichen sich gegen Ende ein paar wenige Hänger ein (The Storm Comes In, Infecting the Program), aber insgesamt rockt das ziemlich mächtig!
Ich würde da schon ne 7/10 geben, vielleicht sogar 8.
Muss die mal wieder live sehen!
Daharka
2009-09-28 14:36:39 Uhr
nein hab das album komplett durchgehört und ist ja im späteren verlauf mehr eine rockplatte (sogut wie nur cleangesang) mit etwas deftonesartigen sound... halt ganz nett aber irgendwie hatte ich mir nach den singles was anderes vorgestellt!
Barney
2009-09-28 02:31:31 Uhr
Ich wette du kennst nur die beiden Songs und willst nur mal wieder mitreden.....
Daharka
2009-09-26 20:44:34 Uhr
die ersten beiden songs sind wirklich schön rockende metalcore nummern, aber danach wirds etwas lamer... okaye scheibe!
rafnic
2009-09-26 19:46:36 Uhr
die neue scheibe ist nur zu empfehlen, zwar ist das cover nicht so prall ^^
aber der sound überzeugt schwer, ich würde sagen besser als das letzte album und das fand ich schon dehr geil
ich hab sie mit here comes the fire in marne gesehn sehr nice ^^
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